Depressionen nehmen zu und sind sehr teuer

Depressionen
Im April 2016 hat die WHO eine Studie publiziert, die sich mit der Häufigkeit und den wirtschaftlichen Konsequenzen von psychischen Erkrankungen beschäftigte. Laut WHO leidet heute nahezu jeder zehnte Mensch an Depressionen oder starken Angstzuständen. Zwischen 1990 und 2013 hätte sich die Zahl der Menschen, die an Depressionen und/oder Angstzuständen erkrankt seien, um fast 50 Prozent auf 615 Mio. Betroffene erhöht.

Die WHO schätzt, dass in Krisenzeiten etwa 20 Prozent der Menschen von Depressionen und Angstzuständen betroffen sind. Demgegenüber seien die Investitionen in die psychische Gesundheitsvorsorge sehr gering. Depressionen und Angststörungen würden die Weltwirtschaft jedes Jahr bis zu einer Billion US-Dollar kosten. Die WHO-Studie wurde anlässlich einer Reihe von Veranstaltungen veröffentlicht, die sich im Rahmen der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds mit dem Thema psychische Gesundheit beschäftigten.

Depressionen und Angststörungen sind psychiatrische Erkrankungen. Diesbezüglich zeigt sich zunehmend, dass bei affektiven Störungen neben psychologischen Faktoren auch biologische Faktoren eine große Rolle spielen. Es ist schon viele Jahre bekannt, dass bei Depressionen Störungen der Neurochemie, insbesondere der Transmitterchemie, vorliegen. Dazu kommen Hormonstörungen, veränderte Biorhythmen, Störungen der Neurogenese, eine erhöhte Entzündungsaktivität und eine mitochondriale Dysfunktion, d.h. ein vermehrtes Auftreten von oxidativem Stress. Aus diesem Grund spielen Mikronährstoffe in der Prävention und Therapie depressiver Störungen eine bedeutende Rolle, weil durch eine gezielte Supplementierung mit Mikronährstoffen viele günstige Effekte erzielt werden können, z.B. Verbesserung des Energiestoffwechsels der Nervenzellen, Verminderung der Entzündungsaktivität, Verbesserung der Transmitterchemie, Verminderung oder Abbau von oxidativem Stress, Verbesserung der Neurogenese und vieles mehr.

Umfangreiche und interessante Informationen zum Thema Mikronährstoffe und Depressionen haben wir in unserem DCMS-News vom Januar 2016 zusammengefasst, das Sie als PDF herunterladen können.

Seit vielen Jahren hat sich unser DCMS-Neuro-Check bei psychiatrischen und auch bei neurologischen Erkrankungen bewährt und liefert wertvolle Informationen über den Mikronährstoffstatus, was dann eine individuelle Nahrungsergänzung ermöglicht.

Referenz:
Veronika Völlinger: Depressionen kosten jährlich eine Billion Dollar. WHO-Bericht, Zeitonline am 13. April 2016

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Eisenversorgung beeinflusst Wirksamkeit von Psychopharmaka

Psychopharmaka, Eisenmangel
Es ist bekannt, dass ein Eisenmangel mit oder ohne Anämie zu neuropsychologischen Störungen und zu Verhaltensauffälligkeiten führen kann. Wissenschaftler aus den USA untersuchten bei fünf- bis siebzehnjährigen Jungen und männlichen Jugendlichen, die mit Risperidon  behandelt wurden, inwieweit ein Eisenmangel sich auf den Behandlungserfolg auswirkte. Die Ferritinkonzentration war invers mit dem Schweregrad von unsozialem Verhalten und positiv mit prosozialem Verhalten assoziiert. Höhere Eisenspeicher reduzierten auch das Risiko für eine Gewichtszunahme durch Risperidon. Niedrige Eisenspeicher waren mit einem schlechteren Behandlungserfolg verbunden.

Referenz:
Calarge CA , Murry DJ et al.: Serum Ferritin, Weight Gain, Disruptive Behavior, and Extrapyramidal Symptoms in Risperidone-Treated Youth; J Child Adolesc Psychopharmacol. 2016 Feb 19

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Oxidativer Stress bei Depressionen

Chinesische Wissenschaftler untersuchten in einer Metaanalyse bei Patienten mit Depressionen oxidative Stressmarker im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen. In die Metaanalyse wurden 150 Artikel einbezogen. Bei Patienten mit akuter depressiver Episode wurde eine abnormale antioxidative Kapazität festgestellt. Verschiedene Antioxidantien waren signifikant niedriger als bei den Kontrollpersonen. Insbesondere Zink, HDL-Cholesterin, Albumin, Harnsäure und Serum-Paraoxonase. Parameter des oxidativen Stresses wie Malondialdehyd in den Erythrozyten und im Serum sowie die 8-F2-Isoprostane waren bei den depressiven Patienten höher als bei den Kontrollpersonen. Nach antidepressiver medikamentöser Therapie zeigte sich eine Verminderung der Malondialdehydspiegel. Durch die antidepressive Therapie kam es auch zu einem Anstieg der Serumkonzentrationen von Harnsäure, Albumin und Vitamin C. Die Autoren der Studie kamen zu dem Schluss, dass oxidativer Stress bei Depressionen eine Rolle spielt. Sie empfehlen die Durchführung weiterer Untersuchungen zur Klärung des möglichen Nutzens einer Supplementierung mit Antioxidantien.

Referenz:
Liu T, Zhong S et al.:  A Meta-Analysis of Oxidative Stress Markers in Depression; PLoS One. 2015 Oct 7;10(10):e0138904.

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