Tryptophan bei depressiver Episode

Depressionen, Tryptophan
Wissenschaftler von verschiedenen Ländern untersuchten die Plasmakonzentration von Tryptophan sowie das Verhältnis Tryptophan zu neutralen Aminosäuren in Bezug auf die Pathopysiologie der Major Depression. Die Forscher wollten herausfinden, inwieweit die Spiegel der Aminosäuren mit dem Behandlungserfolg bei Major Depression assoziiert waren und ob diese Effekte durch Cortisol oder Immunbiomarker beeinflusst wurden. Sie konnten nachweisen, dass erhöhte Konzentrationen der neutralen Aminosäuren mit einem Nichtansprechen der Behandlung bei Major Depression assoziiert waren. Bei den Patienten, die auf die Therapie ansprachen, zeigte sich eine Verminderung der Konzentrationen der neutralen Aminosäuren, und das Verhältnis von Tryptophan zu den neutralen Aminosäuren stieg an. Insgesamt spielen also erhöhte Konzentrationen der neutralen Aminosäuren eine zentrale Rolle für das Nichtansprechen einer antidepressiven Therapie.

Referenz:
Ormstad H et al.: Increased plasma levels of competing amino acids, rather than lowered plasma tryptophan levels, are associated with a non-response to treatment in major depression. Eur Neuropsychopharmacol. 2016 Aug;26(8):1286-96.

VN:F [1.9.20_1166]
Rating: 10.0/10 (1 vote cast)
VN:F [1.9.20_1166]
Rating: +1 (from 1 vote)

Vitamin D und Depressionen

Vitamin D, Depressionen
Iranische Wissenschaftler führten bei 40 Patienten mit Major Depression eine randomisierte placebokontrollierte Doppelblindstudie durch. Es wurde der Einfluss einer Vitamin-D-Supplementierung auf die psychische Befindlichkeit sowie auf verschiedene Stoffwechselmarker untersucht.

Bei Patienten mit Depression führte eine achtwöchige Vitamin-D-Therapie zu einer Besserung der Stimmungslage, außerdem wurden auch positive Effekte auf Indikatoren der Glukosehomöostase und des oxidativen Stresses nachgewiesen. Die Glutathionspiegel und die gesamte antioxidative Kapazität des Plasmas unterschieden sich signifikant von der Placebogruppe.

Referenz:
Zahra Sepehrmanesh, Fariba Kolahdooz et al.: Vitamin D Supplementation Affects the Beck Depression Inventory, Insulin Resistance, and Biomarkers of Oxidative Stress in Patients with Major Depressive Disorder: A Randomized, Controlled Clinical Trial; JN The Journal of Nutrition, First published November 25, 2015, doi: 10.3945/jn.115.218883

VN:F [1.9.20_1166]
Rating: 9.0/10 (3 votes cast)
VN:F [1.9.20_1166]
Rating: +2 (from 2 votes)

Depressionen nehmen zu und sind sehr teuer

Depressionen
Im April 2016 hat die WHO eine Studie publiziert, die sich mit der Häufigkeit und den wirtschaftlichen Konsequenzen von psychischen Erkrankungen beschäftigte. Laut WHO leidet heute nahezu jeder zehnte Mensch an Depressionen oder starken Angstzuständen. Zwischen 1990 und 2013 hätte sich die Zahl der Menschen, die an Depressionen und/oder Angstzuständen erkrankt seien, um fast 50 Prozent auf 615 Mio. Betroffene erhöht.

Die WHO schätzt, dass in Krisenzeiten etwa 20 Prozent der Menschen von Depressionen und Angstzuständen betroffen sind. Demgegenüber seien die Investitionen in die psychische Gesundheitsvorsorge sehr gering. Depressionen und Angststörungen würden die Weltwirtschaft jedes Jahr bis zu einer Billion US-Dollar kosten. Die WHO-Studie wurde anlässlich einer Reihe von Veranstaltungen veröffentlicht, die sich im Rahmen der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds mit dem Thema psychische Gesundheit beschäftigten.

Depressionen und Angststörungen sind psychiatrische Erkrankungen. Diesbezüglich zeigt sich zunehmend, dass bei affektiven Störungen neben psychologischen Faktoren auch biologische Faktoren eine große Rolle spielen. Es ist schon viele Jahre bekannt, dass bei Depressionen Störungen der Neurochemie, insbesondere der Transmitterchemie, vorliegen. Dazu kommen Hormonstörungen, veränderte Biorhythmen, Störungen der Neurogenese, eine erhöhte Entzündungsaktivität und eine mitochondriale Dysfunktion, d.h. ein vermehrtes Auftreten von oxidativem Stress. Aus diesem Grund spielen Mikronährstoffe in der Prävention und Therapie depressiver Störungen eine bedeutende Rolle, weil durch eine gezielte Supplementierung mit Mikronährstoffen viele günstige Effekte erzielt werden können, z.B. Verbesserung des Energiestoffwechsels der Nervenzellen, Verminderung der Entzündungsaktivität, Verbesserung der Transmitterchemie, Verminderung oder Abbau von oxidativem Stress, Verbesserung der Neurogenese und vieles mehr.

Umfangreiche und interessante Informationen zum Thema Mikronährstoffe und Depressionen haben wir in unserem DCMS-News vom Januar 2016 zusammengefasst, das Sie als PDF herunterladen können.

Seit vielen Jahren hat sich unser DCMS-Neuro-Check bei psychiatrischen und auch bei neurologischen Erkrankungen bewährt und liefert wertvolle Informationen über den Mikronährstoffstatus, was dann eine individuelle Nahrungsergänzung ermöglicht.

Referenz:
Veronika Völlinger: Depressionen kosten jährlich eine Billion Dollar. WHO-Bericht, Zeitonline am 13. April 2016

VN:F [1.9.20_1166]
Rating: 9.5/10 (2 votes cast)
VN:F [1.9.20_1166]
Rating: +2 (from 2 votes)