Anämie und Wochenendepression

US-Wissenschaftler haben im Mai 2018 publiziert, dass eine Anämie während der Schwangerschaft oder um den Geburtstermin herum mit einem vermehrten Auftreten von Wochenbettdepression assoziiert war. Eine Anämie sollte also als Risikofaktor für Wochenendepression angesehen werden.

Referenz:
Sutherland, Shannon, MD, MIPH; O’Sullivan, David, PhD; Mullins, Jessica, MD: An Association Between Anemia and Postpartum Depression [35C]; Obstetrics & Gynecology: May 2018 – Volume 131 – Issue – p 39S


Bedeutung von Zink, Magnesium, Selen und Depressionen

Wissenschaftler aus den USA publizierten einen Übersichtsartikel zur Bedeutung von Zink, Magnesium und Selen bei Depressionen.

Es ist noch nicht völlig klar, über welche Mechanismen niedrige Zinkkonzentrationen das Risiko für Depressionen beeinflussen. Im Hippocampus und in der Hirnrinde regulieren Zinkionen die Neurotransmission oder fungieren sogar als Neurotransmitter. Störungen der Zink-Homöostase in diesen Regionen sind mit zahlreichen Störungen der Hirnleistungsfähigkeit, des Verhaltens und der emotionalen Regulation assoziiert.

Ein weiterer wichtiger Ansatzpunkt eines Zinkmangels sind endokrine Veränderungen, die mit Depressionen einhergehen. Zinkdefizite sind häufig mit erhöhten Cortisolspiegeln assoziiert, die wiederum zu einer Überaktivität der HPA-Achse (Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse) führen.

Zink besitzt antiinflammatorische und antioxidative Eigenschaften. Eine Zinksupplementierung könnte deshalb den oxidativen Stress bei Majordepression vermindern. Weitere antidepressive Eigenschaften von Zink ergeben sich aus der Funktion dieses Spurenelements als Antagonist von NMDA-Rezeptoren, deren Überaktivitäten mit der Entstehung von Depressionen in Zusammenhang gebracht werden.

Es gibt eine gute Evidenz dafür, dass zwischen Magnesium und der Entwicklung von Depressionen ein inverser Zusammenhang besteht, genauso wie für die antidepressiven Eigenschaften von Magnesium.

Bei Selen sind die Ergebnisse von Studien nicht einheitlich. Generell haben nur wenige Studien den Zusammenhang zwischen den Selenkonzentrationen und Depressionen untersucht. Deshalb gibt es auch deutlich weniger Daten als bei Zink und Magnesium.

Referenz:
Wang J, Um P et al.: Zinc, Magnesium, Selenium and Depression: A Review of the Evidence, Potential Mechanisms and Implications; Nutrients. 2018 May 9;10(5). pii: E584.


Mit Mikronährstoffen Hirnleistungsfähigkeit verbessern

Hirnleistung und Mikronährstoffe

Das Gehirn ist ein Organ der Superlative. Es besitzt schätzungsweise etwa 100 Milliarden Nervenzellen. Jedes Neuron ist durchschnittlich mit 1000 anderen Neuronen verbunden, so dass mindestens 1000 Billionen Synapsen existieren dürften. Das Gehirn verbraucht circa 20 Prozent des Sauerstoffes und mehr als 25 Prozent der Glukose, obwohl es nur etwa zwei Prozent der Körpermasse ausmacht.

Lange Zeit hatte man sich wenig für die Bedeutung der Ernährung für die Hirnleistungsfähigkeit interessiert, was sich aber inzwischen grundlegend geändert hat. Eine gute Versorgung mit Mikronährstoffen ist sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen und älteren Menschen von zentraler Bedeutung für die Hirnleistungsfähigkeit. Allgemein gesprochen sind Mikronährstoffe erforderlich für die Bildung von Nervenbotenstoffen, von Dendriten und Synapsen, für den Schutz von freien Radikalen, für die Entwicklung der Myelinscheiden und für den Energiestoffwechsel der Nervenzellen.

Ein Mangel an Mikronährstoffen kann die Hirnleistungsfähigkeit und auch die psychische Befindlichkeit beeinträchtigen, dazu einige Beispiele:

Im April 2016 publizierten verschiedene Wissenschaftler aus Deutschland, dass niedrige Vitamin-B12-Konzentrationen mit schlechteren Gedächtnisleistungen assoziiert waren, was zumindest teilweise mit einer Beeinträchtigung der Mikrostruktur des Hippocampus erklärbar war.

Forscher aus den Niederlanden und den USA fanden einen Zusammenhang zwischen einem schweren Vitamin-D-Mangel und einer Verschlechterung bestimmter Gedächtnisleistungen. In einer Untersuchung an Studentinnen wurde nachgewiesen, dass niedrige Eisenspeicher und eine niedrige aerobe Fitness das Lernpotential von College-Studentinnen beeinträchtigten.

Forscher aus Irland konnten in einer Studie nachweisen, dass niedrige Vitamin-B6-Konzentrationen im Vergleich zu normalen Vitamin-B6-Konzentrationen bei gesunden älteren Erwachsenen mit einem stärkeren Abfall der Hirnleistungsfähigkeit verbunden waren. Französische Forscher haben im November 2016 publiziert, dass eine erhöhte Vitamin-K-Zufuhr mit wenigeren und weniger schweren Klagen über Gedächtnisprobleme bei älteren Erwachsenen assoziiert war.

Für die Hirnleistungsfähigkeit spielen viele Mikronährstoffe eine Rolle, insbesondere auch eine gute Versorgung mit antioxidativen Mikronährstoffen wie Selen, Vitamin C und E, da das Gehirn besonders vulnerabel gegenüber oxidativem Stress ist. Zur Vermeidung von Hirnleistungsstörungen oder auch psychischen Befindlichkeitsstörungen ist es in jedem Lebensalter sinnvoll, von Zeit zu Zeit den Mikronährstoffstatus überprüfen zu lassen. Hierzu empfehlen wir die Durchführung des DCMS-Neuro-Checks.

Referenzen:

  • Köbe T et al.: Vitamin B-12 concentration, memory performance, and hippocampal structure in patients with mild cognitive impairment. Am J Clin Nutr. 2016 Apr;103(4):1045-54.
  • Kuźma E et al.: Vitamin D and Memory Decline: Two Population-Based Prospective Studies. J Alzheimers Dis. 2016;50(4):1099-108.
  • Samuel P Scott et al.: Combined Iron Deficiency and Low Aerobic Fitness Doubly Burden Academic Performance among Women Attending University1,2. The Journal of Nutrition. First published November 23, 2016, doi: 10.3945/jn.116.240192
  • Hughes CF et al.: B-Vitamin Intake and Biomarker Status in Relation to Cognitive Decline in Healthy Older Adults in a 4-Year Follow-Up Study. Nutrients. 2017 Jan 10;9(1). pii: E53.
  • Soutif-Veillon A et al.: Increased dietary vitamin K intake is associated with less severe subjective memory complaint among older adults. Maturitas. 2016 Nov;93:131-136.

 

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