Biochemische Marker bei neuauftretender Depression


Verschiedene Studien haben gezeigt, dass im Rahmen der Wechseljahre bei Frauen das Risiko für Major Depression ansteigt. Bisher war aber unklar, welche Faktoren hierbei eine Rolle spielen. Kanadische Wissenschaftler untersuchten bei 148 Frauen verschiedene Marker des oxidativen Stresses sowie die Thiolkonzentrationen, HSP70-Konzentrationen und BDNF sowie verschiedene andere Parameter. Im Vergleich zu den gesunden Kontrollpersonen zeigten die Frauen mit Major Depression ein vermehrtes Auftreten prooxidativer und proinflammatorischer Parameter und verminderte Konzentrationen von BDNF. BDNF ist ein Nervenwachstumsfaktor, dessen Konzentration bei Depressionen typischerweise absinkt.

Kommentar:
Zur Senkung prooxidativer und proinflammatorischer Parameter ist eine Therapie mit reichlicher Antioxidatienzufuhr und eine antientzündliche Ernährungsweise erforderlich. Proentzündlich wirken vor allem gesättigte Fettsäuren, verarbeitete Fleischprodukte und einfache Kohlenhydrate.

Referenz:
Pasquali MA et al.: A longitudinal study of neurotrophic, oxidative, and inflammatory markers in first-onset depression in midlife women. Eur Arch Psychiatry Clin Neurosci. 2018 Dec;268(8):771-781.


N-Acetylcystein und Vitamin D bei Zwangsstörungen

NAC und Vitamin D bei Zwangsstörungen
Bei Zwangserkrankungen wurde mehrfach eine Dysfunktion der glutamatergen Nervenimpulsübertragung festgestellt. Es ist schon länger bekannt, dass der Wirkstoff N-Acetylcystein (NAC) die Freisetzung von Glutamat an den Synapsen modifizieren kann. Außerdem kann NAC entzündliche Stoffwechselwege modulieren. Man kann deshalb NAC als neuroprotektive Substanz ansehen. Vitamin D dürfte bei Zwangsstörungen ebenfalls von Nutzen sein, da es spezifisch die Bildung von Glutathion im Gehirn steigern kann. N-Acetylcystein ist bekanntlich eine wichtige Ausgangssubstanz für die Bildung von Glutathion. NAC und Vitamin D ergänzen sich also sehr gut hinsichtlich der Behandlung von Zwangsstörungen.

Referenz:
di Michele F et al.: N-Acetyl Cysteine and Vitamin D Supplementation in Treatment Resistant Obsessive-compulsive Disorder Patients: A General Review. Curr Pharm Des. 2018;24(17):1832-1838.


Oxidativer Stress bei Depressionen und Angststörungen

oxidativer Stress und Angst - Depressionen

Wissenschaftler aus dem Iran publizierten im Juni 2018 einen Fachartikel, indem sie über die Ergebnisse von Messungen zum oxidativen Stress bei Personen mit Depressionen und Angstsymptomen berichteten. Symptome von Depressionen und Ängstlichkeit waren mit einem höheren Ausmaß von oxidativem Stress assoziiert.

Referenz
Shafiee M et al.: Depression and anxiety symptoms are associated with prooxidant-antioxidant balance: A population-based study. J Affect Disord. 2018 Oct 1;238:491-498.