Tryptophanmangel beeinflusst autobiographisches Gedächtnis

Gedächtnis
In der experimentellen Psychiatrie werden häufig Tryptophan-Depletionsstudien durchgeführt, um herauszufinden, wie sich ein Tryptophanmangel auf verschiedene psychologische Faktoren auswirkt. Dazu erhalten die Testteilnehmer ein Tryptophan-freies Aminosäurengetränk, das dann über einen verminderten Tryptophanspiegel auch die Serotoninsynthese im Gehirn vermindert.

In einer Studie der Newcastle University wurde bei 19 jungen Erwachsenen dieser Test durchgeführt. Jeder dieser jungen Erwachsenen hatte wenigstens einen Verwandten, der an Majordepression erkrankt war. Fünf Stunden nach Verabreichung des Testgetränkes wurde der Autobiographical-Memory-Test durchgeführt. Mit diesem Test wird das autobiographische Erinnerungsvermögen untersucht. Das Tryptophan-freie Testgetränk führte zwar zu keiner Stimmungsverschlechterung, verminderte aber die Spezifität des Gedächtnistests. Die Hirnleistungsfähigkeit könnte also bei bestimmten Personengruppen vermehrt durch eine Depressionsneigung beeinflusst werden.

Referenz:
Alhaj HA et al.: Effect of low-dose acute tryptophan depletion on the specificity of autobiographical memory in healthy subjects with a family history of depression. Psychopharmacology (Berl). 2012 Jan 28.;

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