N-Acetylcystein bei psychiatrischen Störungen

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Seit vielen Jahren stagniert die Entwicklung neuer Psychopharmaka, was auch daran liegen könnte, dass man zu lange auf eine Beeinflussung des Monoaminstoffwechsels gesetzt hat. Es besteht also derzeit ein Beinahe-Stillstand, was die Medikamentenentwicklung bei Schizophrenie, bipolaren Störungen, Depressionen und Autismus anbelangt.

Neben dem Monoaminstoffwechsel gibt es aber auch andere Ansatzpunkte für einen Einsatz von Medikamenten. Bei psychiatrischen Erkrankungen bestehen eine erhöhte Entzündungsaktivität und oxidativer Stress. Außerdem werden in vermindertem Umfang Nervenwachstumsfaktoren gebildet. Es ist ein vermehrter Zelltod nachweisbar. Die Energiebildung in den Mitochondrien ist vermindert.

Die Aminosäure N-Acetylcystein beeinflusst viele dieser Stoffwechselwege: Sie erhöht den Glutathionspiegel, hat antientzündliche Eigenschaften, erhöht die Spiegel der Nervenfaktoren und beeinflusst die Stoffwechselwege, die zum Zelltod führen. NAC kann wohl auch eine Dysfunktion der Mitochondrien verbessern. In einer ganzen Reihe von Studien zeigte NAC günstige Effekte bei psychiatrischen Erkrankungen. Es reduzierte die Kernsymptome von Schizophrenien und verminderte die Depressivität bei bipolaren Störungen. Außerdem erwies sich NAC wirksam bei verschiedenen Suchterkrankungen.

Referenz:
Science Daily: Amino acid offers potential therapeutic alternative in psychiatric disorders. 07.10.2013

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