Vitamin D und psychische Befindlichkeit

Vitamin D
Es ist weitläufig bekannt, dass Vitamin D für den Knochenstoffwechsel, also zur Vorbeugung einer Osteoporose, von großer Bedeutung ist. Neuere Studien zeigen auf, dass Vitamin D u.a. auch eine wichtige Rolle im Nervensystem spielt und somit für die psychische Befindlichkeit und die kognitive Leistungsfähigkeit wesentlich ist.

In einer französischen Studie mit 5500 älteren Menschen zeigte sich, dass die Personen mit einer geringeren diätischen Vitamin-D-Zufuhr bei kognitiven Tests schlechter abschnitten als die Personen, die die empfohlene Tagesdosis Vitamin D einnahmen.

Ähnliche Ergebnisse brachte eine britische Studie mit 858 älteren Teilnehmern. Die Personen wurden über sechs Jahre beobachtet. Bei den Teilnehmern mit den niedrigsten Vitamin-D-Spiegeln (25-OH) lag das Risiko für einen kognitiven Abfall bzw. eine Beeinträchtigung der kognitiven Leistungsfähigkeit um 60 Prozent höher als bei den Testpersonen mit den höchsten Vitamin-D-Spiegeln.

Referenz:
Ingrid Kiefer und Cem Ekemekcioglu: Essen entscheidet. Wie Nahrungsmittel uns beeinflussen. Buch, erschienen im Verlag Braumüller, 2012

 

 


Major Depression und Selen

Depressionen
Bei Depressionen sind Veränderungen der Redoxbiologie nachgewiesen. Der Zusammenhang zwischen Depressionen und dem Selenstatus wurde noch wenig erforscht. Australische Wissenschaftler untersuchten nun, ob eine niedrige Selenaufnahme mit einem erhöhten Risiko für die Major Depression verbunden ist. An der Fall-Kontrollstudie nahmen 18 Frauen teil, die eine Major Depression entwickelt hatten, sowie 298 Kontrollpersonen.

Eine niedrige Selenaufnahme erhöht die Wahrscheinlichkeit für Depressionen um nahezu das Dreifache. Man kann also davon ausgehen, dass eine niedrige Selenaufnahme das Risiko für die Major Depression deutlich steigert.

Selen ist bekanntlich ein wichtiges antioxidatives Spurenelement und Bestandteil von Selenoproteinen, die für die Regulierung des Redoxgleichgewichtes erforderlich sind.

Referenz:
Pasco JA et al.: Dietary selenium and major depression: a nested case-control study; Complement ther Med. 2012 Jun, 20(3): 119-23


Coenzym Q10 und bipolare Depression

bipolare Depression
Zehn Patienten mit bipolarer Depression erhielten täglich 400 mg Coenzym Q10. Die Dosis wurde wöchentlich bis auf ein Maximum von 1200 mg am Tag gesteigert.

Die Supplementierung mit dieser hohen Dosis Coenzym Q10 führte bei älteren Patienten zu einer Verminderung der depressiven Symptomatik. Coenzym Q10 hat offensichtlich auch einen erheblichen Effekt auf die Stimmungslage.

Referenz:
Forester BP et al: Coenzyme Q10 effects on creatine kinase activity and mood in geriatric bipolar despression; J Geriatr Psychiatry Neurol. 2012 Mar; 25(1): 43-50


Bipolare Depression und Spurenelemente

bipolare Depression
In einer spanischen Studie wurden bei 25 Patienten mit der Diagnose „bipolare Depression“ und bei 29 gesunden Kontrollpersonen die Konzentrationen verschiedener Spurenelemente untersucht. Die Spurenelemente Kupfer und Zink wurden im Serum bestimmt, Blei und Cadmium im Vollblut. Zusätzlich wurden im Urin die Konzentrationen von Blei, Cadmium und Thallium gemessen.

Patienten mit bipolarer Depression zeigten deutlich höhere Konzentrationen von Blei und Cadmium als die Kontrollpersonen, sowohl im Urin als auch im Vollblut. Die Raucher hatten höhere Cadmiumkonzentrationen als die Nichtraucher.

Bei den Patienten in der manischen Phase der bipolaren Depression wurde ein signifikanter Anstieg der Zinkkonzentrationen nachgewiesen. Die Konzentrationen einiger giftiger Schwermetalle sind offensichtlich bei der bipolaren Depression erhöht.

 

Referenz:
González-Estecha M et al: Trace elements in bipolar disorder; J Trace Elem Med. Biol. 2011 Jan; 25 Suppl 1: S78-83

 


Viele Deutsche leiden unter Depressionen und Burn-out

Das Robert Koch-Institut hat erste Ergebnisse der neuen großen „Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland“ (Degs) vorgestellt, mit Daten zu Übergewicht, Diabetes, körperlicher Aktivität, psychischer Gesundheit und Funktionseinschränkungen im Alter. Bei der Degs-Studie, die seit November 2008 durchgeführt wird und im Jahr 2013 endet, werden die Daten von über 7.000 Personen ausgewertet.

Wie die Degs-Studie gezeigt hat, haben psychische Erkrankungen in den letzen Jahren deutlich zugenommen. Bei einem Drittel der Teilnehmer ließ sich mittels Fragebogen und ärztlichen Interviews eine psychische Störung innerhalb der letzten 12 Monate ermitteln. Am höchsten lag die 12-Monats-Prävalenz bei den 18- bis 25-Jährigen. Frauen litten zumeist unter Angststörungen und Depressionen, Männer unter Suchterkrankungen. Auffallend war auch, dass Personen mit niedrigem sozio-ökonomischen Status häufiger an Depressionen litten; dafür kam Burn-out bei den Wohlhabenden sehr viel häufiger vor.

Anmerkung:
Die psychische Befindlichkeit des Menschen hängt in erheblichem Umfang auch von einer ausreichenden Verfügbarkeit von Mikronährstoffen ab. Für die Bildung von Nervenbotenstoffen und damit für Stimmung und Hirnleistungsfähigkeit sind verschiedene Mikronährstoffe notwendig.

Der Burn-out-Symptomatik liegt meist nicht nur eine psychische Überforderungs-Situation zugrunde, sondern es kommt auch zu Störungen innerhalb der zellulären Energiebildung, die sich dann z.B. in Form von Erschöpfung zeigen. Durch eine gezielte Supplementierung von Mikronährstoffen kann oftmals eine Stabilisierung der psychischen Befindlichkeit erreicht werden. Mikronährstoffe können nach Abklärung auch parallel zu einer Psychopharmaka-Therapie eingenommen werden, wodurch deren Wirksamkeit sogar verbessert wird.

 

 

Referenzen:
focus.de, 14.06.2012: So krank sind die Deutschen
Ärzte Zeitung, 17.06.2012: Depressive Arme, ausgebrannte Reiche
Spiegel.de, 14.06.2012: So krank ist Deutschland

 


Tryptophanmangel beeinflusst autobiographisches Gedächtnis

Gedächtnis
In der experimentellen Psychiatrie werden häufig Tryptophan-Depletionsstudien durchgeführt, um herauszufinden, wie sich ein Tryptophanmangel auf verschiedene psychologische Faktoren auswirkt. Dazu erhalten die Testteilnehmer ein Tryptophan-freies Aminosäurengetränk, das dann über einen verminderten Tryptophanspiegel auch die Serotoninsynthese im Gehirn vermindert.

In einer Studie der Newcastle University wurde bei 19 jungen Erwachsenen dieser Test durchgeführt. Jeder dieser jungen Erwachsenen hatte wenigstens einen Verwandten, der an Majordepression erkrankt war. Fünf Stunden nach Verabreichung des Testgetränkes wurde der Autobiographical-Memory-Test durchgeführt. Mit diesem Test wird das autobiographische Erinnerungsvermögen untersucht. Das Tryptophan-freie Testgetränk führte zwar zu keiner Stimmungsverschlechterung, verminderte aber die Spezifität des Gedächtnistests. Die Hirnleistungsfähigkeit könnte also bei bestimmten Personengruppen vermehrt durch eine Depressionsneigung beeinflusst werden.

Referenz:
Alhaj HA et al.: Effect of low-dose acute tryptophan depletion on the specificity of autobiographical memory in healthy subjects with a family history of depression. Psychopharmacology (Berl). 2012 Jan 28.;


Erhöhte Homocysteinkonzentration bei bipolaren Patienten

Homocystein
In einer Studie der Universität von Monastir, Tunesien, wurden die Homocysteinkonzentrationen bei Patienten mit bipolarer Depression untersucht. Es zeigte sich, dass eine erhöhte Homocysteinkonzentration bei bipolaren Patienten häufiger auftrat. Bei den Patienten, die Lithium und Carbamazepin erhielten, waren häufig niedrige Folsäurekonzentrationen  nachweisbar. Bei Patienten unter Carbamazepintherapie wurden vielfach auch verminderte Vitamin-B12-Konzentrationen gemessen.

Referenz:
Ezzaher A. et al.: Hyperhomocysteinemia in Tunisian bipolar I patients. Psychiatry Clin Neurosci. 2011 Dec ; 65(7): 664-71.; Bild: Archiv


Homocystein und Depressionen

Erhöhte Homocysteinkonzentrationen sind mit einer ganzen Reihe von Erkrankungen assoziiert. Wissenschaftler aus Dallas untersuchten in einer großen Studie (11757 Teilnehmer), inwieweit die Homocysteinkonzentration mit Depressionen korreliert. Erhöhte Homocysteinkonzentrationen waren mit einem um 26 Prozent höheren Risiko für depressive Symptome verbunden. Aufgrund des Studiendesigns kann nicht vorausgesagt werden, ob die Senkung der Homocysteinspiegel depressive Symptome verbessern kann. Dazu sind Langzeitstudien erforderlich.

Referenz:
Gu P. et al.: Relationship between serum homocysteine levels and depressive symptoms : the cooper center longitudinal study. J Clin Psychiatry. 2012 Mar 20.


Mikronährstoffzufuhr und psychische Befindlichkeit bei Frauen

Psyche - Frauen
Australische Wissenschaftler untersuchten einen möglichen Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Magnesium, Folsäure und Zink und Symptomen einer Depression oder Angsterkrankung. Die Zufuhr von Zink, Magnesium und Folsäure war mit einem verminderten Risiko für Depressionen assoziiert. Je höher die Aufnahme von Magnesium und Zink war, desto weniger depressive Symptome wurden nachgewiesen. Es konnte jedoch kein Zusammenhang zwischen Angstsymptomen und der Zufuhr der genannten Mikronährstoffe festgestellt werden.

Referenz:
Jacka FN. et al.: Nutrient intakes and the common mental disorders in women. J Affect Disord. 2012. Mar 5.;


Depressionen und Vitamin D bei Heranwachsenden

Depressionen
Schwedische Wissenschaftler untersuchten die Konzentrationen von 25-OH-Vitamin-D bei 54 depressiven Jugendlichen. Die Studie zeigte, dass depressive Jugendliche häufig niedrige Vitamin-D-Spiegel aufwiesen. Es gab einen positiven Zusammenhang zwischen der Vitamin-D-Konzentration und dem Wohlbefinden. Nach einer Supplementierung von Vitamin D verbesserten sich die Symptome der Depression.

 

Referenz:
Högberg G. et al.: Depressed adolescents in a case-series were low in vitamin D and depression was ameliorated by vitamin D supplementation. Acta Paediatr. 2012 Feb. 28.


Vitamin-D-Mangel bei Altenheimbewohnern

Vitamin-D-Mangel
Forscher aus Belgien bestimmten die Vitamin-D-Konzentration bei 589 gesunden Altenheimbewohner. Außerdem wurde die Lebensqualität mit Hilfe eines Fragebogens bestimmt sowie die Einnahme von Antidepressiva und Anxiolytika. Fast die ganze Studienpopulation hatte einen Vitamin-D-Mangel. Die Senioren mit den niedrigsten Vitamin-D-Spiegeln klagten häufiger über depressive Symptome und hatten auch einen höheren Verbrauch an Psychopharmaka.

Referenz:
Verhoeven V. et al.: Walk on the sunny side of life – epidemiology of hypovitaminosis D and mental health in elderly nursing home residents. J Nutr Health Aging. 2012; 16(4):417-20;


Depressionen häufig bei Typ-1-Diabetikern

Serotoninspiegel
Pakistanische Wissenschaftler untersuchten die Häufigkeit von Depressionen bei Typ-1-Diabetikern. Außerdem wurde die Tryptophankonzentration im Plasma bestimmt. An der Studie nahmen 50 männliche und 50 weibliche Patienten mit Typ-1-Diabetes teil, die mit einer Kontrollgruppe gesunder Personen verglichen wurden.

Bei den Typ-1-Diabetikern waren signifikant häufiger Symptome einer Depression nachweisbar. Sowohl bei den männlichen wie auch bei den weiblichen Patienten zeigte sich eine signifikante Verminderung der Tryptophanspiegel im Plasma. Die Häufigkeit von Depressionen scheint also bei Typ-1-Diabetikern deutlich erhöht zu sein, wobei verminderte Serotoninspiegel im Gehirn dafür verantwortlich sein dürften.

Referenz:
Saida Haider et al.: Greater prevalence of depression in type-1-diabetic patients: Correlation with decreased plasma tryptophan. IOSR Journal of Pharmacy, Vol.2, Issue 1, Jan-Feb. 2012, pp.057-061


Homocystein und Depressionen

Homocystein und Depressionen
Wissenschaftler aus Nigeria bestimmten die Werte von Homocystein, Vitamin B12 sowie von Gesamtcholesterin, HDL und LDL und die Tryptophankonzentrationen bei 30 Patienten mit Depressionen und bei 30 scheinbar gesunden Versuchspersonen. Die Patienten mit Depressionen hatten signifikant höhere Homocysteinspiegel, und die Konzentrationen von Vitamin B12, Gesamtcholesterin, HDL und LDL waren signifikant niedriger als bei den Kontrollpersonen.

Referenz:
Ebesunun MO et al.: Elevated plasma homocysteine in association with decreased vitamin B12, folate, serotonin, lipids and lipoproteins in depressed patients. Afr J Psychiatry (Johannesbg). 2012 Jan; 15(1):25-9.


Depressionen – welche Rolle spielt Vitamin D?

Niedrige Vitamin-D-Spiegel können mit Depressionen in Verbindung gebracht werden. Das ergab die Auswertung einer sehr großen, umfassenden Studie, die von Wissenschaftlern des UT Southwestern Medical Center durchgeführt wurde. Insgesamt nahmen an der Studie „Cooper Center Longitudinal Study“ 12.600 Personen teil.

Die US-Forscher stellten fest, dass höhere Vitamin-D-Spiegel mit einem stark verminderten Risiko für Depressionen verbunden sind. Menschen, die an Depressionen leiden, sollten unbedingt ihren Vitamin-D-Status überprüfen lassen –  das empfiehlt ausdrücklich Dr. Brown, Leiter der Studie.

Ob niedrige Vitamin-D-Spiegel zu den Symptomen einer Depressionen beitragen oder ob Depression zu niedrigen Vitamin-D-Spiegeln führen, war nicht Gegenstand der Studie. Es gibt jedoch Hinweise, dass Vitamin D Neurotransmitter, Entzündungsmarker und andere Faktoren, die in Verbindung mit Depressionen stehen, positiv beeinflusst.

Referenz:
Science Daily, 05.01.2012: Low Vitamin D levels linked to depression, psychiatrists report

 


Hat Folsäure einen Einfluss auf die Stimmung?

Japanische Wissenschaftler untersuchten einen möglichen Zusammenhang zwischen niedrigen Folsäurekonzentrationen und Depressionen. Dazu wurde bei 141 jungen Frauen im Alter zwischen 18 und 28 Jahren die Folsäurekonzentration bestimmt. Außerdem gaben die Japanerinnen innerhalb eines international üblichen Fragebogens (the Center for Epidemiologic Studies Depression scale) Auskunft bezüglich Depressionen.

Frauen mit erhöhten Depressions-Scores hatten häufiger einen Folsäure-Mangel als Frauen mit niedrigen Depressions-Scores. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass eine niedrige Folsäure- und Vitamin-B6-Aufnahme signifikant mit Depressivität assoziiert war. Eine Folsäureaufnahme > 240 µg/ Tag verminderte das Depressionsrisiko. Man kann davon ausgehen, dass eine Folsäuresupplementierung das Auftreten von Depressionen vermindern kann.

Referenz:
Watanabe H et al.: Impact of dietary folate intake on depressive symptoms in young women of reproductive age; J Midwifery Womens Health 2012 Jan; 57(1): 43-8

 


Wie B-Vitamine die Stressanfälligkeit vermindern

Menschen, die unter Dauerstress leiden, erkranken häufiger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Depressionen oder Angstzuständen. Es ist daher von großer Bedeutung, die Stressbelastung so weit wie möglich zu vermindern.

In einer australischen Studie konnte nun aufgezeigt werden, dass eine erhöhte Zufuhr von B-Vitaminen sich positiv auf das Stressniveau auswirken kann. Die Wissenschaftler der Swinburne University of Technology in Melbourne untersuchten zuerst die 60 Studienteilnehmer und hielten Angaben über Gemütszustand, Sorgen und Ängste, Stressbelastung und Persönlichkeit jedes einzelnen fest. Anschließend bekamen die Probanden entweder ein hochdosiertes Vitamin-B-Präparat oder ein Placebopräparat zum Einnehmen – insgesamt 90 Tage lang.

Bei den Teilnehmern, die Vitamin B hochdosiert einnahmen, zeigte sich nach diesen drei Monaten eine deutliche Verringerung der Stressbelastung. Das Stressniveau konnte annähernd um 20 Prozent gesenkt werden. In der Placebo-Gruppe gab es hingegen keine nennenswerten Änderungen.

Für den leitenden Forscher, Professor Con Stough, war das Ergebnis keine Überraschung, da B-Vitamine schließlich mitverantwortlich für die Synthese von Nervenbotenstoffen sind und für die psychische Befindlichkeit und kognitive Leistungsfähigkeit eine zentrale Rolle spielen.

Fazit:
Über die Nahrung werden häufig nicht genug B-Vitamine aufgenommen. Ein Mangel ist deswegen bei vielen Menschen vorprogrammiert. Um Stressbelastungen zu mindern oder diesen vorzubeugen und auch die Folgeerkrankungen zu reduzieren, ist es ratsam, rechtzeitig zu reagieren. Im Rahmen einer Mikronährstoffuntersuchung des Blutes können die Konzentrationen der B-Vitamine genau analysiert werden, um so Mangelzuständen entgegenwirken zu können.

 

Referenz:
Scinexx.de: Vitamin B-Kur vermindert Stress, 30.11.2011

 

 

 


Studenten schlucken vermehrt Psychopharmaka

Immer mehr Studenten nehmen Medikamente gegen Depressionen und psychische Störungen ein. Dies ist das Ergebnis einer Analyse der TK-Krankenkasse. Ausgewertet wurden Rezept- und Diagnosedaten von 135 000 Studierenden.

Der Medikamentenverbrauch bei Krankheiten des Nervensystems  studierender Personen ist in einem Zeitraum von 4 Jahren um 54 Prozent gestiegen. Auch die Zahl der Studenten, die mit Antidepressiva behandelt werden, hat in den letzten vier Jahren um 40 Prozent zugenommen.

Fazit:
Dauerstress und Leistungsdruck führen zu einem erhöhten Bedarf und Verbrauch von Mikronährstoffen. In der Folge kommt es oftmals zu Mangelzuständen, die sich dann wiederum negativ auf den Nervenstoffwechsel auswirken können.

Referenz:
Uni macht depressiv: Studenten schlucken immer mehr Pillen; Abendblatt.de, 30.06.2011


Verbesserte Gehirnfunktion durch Chrom-Supplementierung

Chromsupplemente können sich positiv auf die Gehirnfunktion auswirken – das bestätigen Wissenschaftler der University of Cincinnati. 26 Patienten, die bereits Anzeichen eines kognitiven Abbaus aufwiesen, erhielten über einen Zeitraum von 6 Wochen entweder Chrompicolinat oder ein Placebopräparat.

Das Ergebnis der Studie war Folgendes: Bei den Patienten der Chrom-Gruppe zeigte sich eine Verbesserung hinsichtlich Lernen und Erinnerungsvermögen. Ebenso konnten bei den Patienten dieser Gruppe erhöhte Aktivitäten in einigen Hirnregionen nachgewiesen werden, was mittels Kernspintomographie dargestellt wurde. Die Studie legt dar, dass Chrompicolinat bei älteren Menschen mit erhöhtem Risiko für neurodegenerative Erkrankungen die kognitive inhibitorische Kontrolle und die Cerebralfunktionen verbessern kann.

Referenz:
Krikorian R et al.: Improved cognitive-cerebral function in older adults with chromium supplementation; Nutr. Neurosci. 2010 Jun; 13(3)

 


Mikronährstoffe, Anämie und Angststörungen

Angststörungen und Anämie
Obwohl China sich zunehmend zu einem Wohlstandsland entwickelt, kann man davon ausgehen, dass in ländlichen Gebieten die Mikronährstoffversorgung häufig noch unzureichend ist. Mangelhafte Ernährungsformen führen zu ernährungsabhängigen Störungen wie z.B. einer Eisenmangelanämie, die wiederum die Aufmerksamkeit und die Hirnleistungsfähigkeit beeinträchtigen kann. Auch die psychische Befindlichkeit kann davon betroffen sein.

Mit über 2700 Schülern im Alter von 10 bis 12 Jahren wurde eine Studie durchgeführt. Die Teilnehmer der Verumgruppe erhielten ein Mikronährstoffsupplement mit 5 mg Eisen über einen Zeitraum von 5 Monaten. Außerdem wurde der Hämoglobinwert bestimmt und die Ängstlichkeit mittels eines psychologischen Fragebogens abgefragt. 42,4 Prozent der Schüler waren zu Beginn der Studie anämisch, wobei Hämoglobinwerte unter 120 g/ l als Anämie eingestuft wurden. Durch die Supplementierung kam es zu einem deutlichen Hämoglobinanstieg. Parallel dazu konnte auch eine signifikante Verbesserung der Ergebnisse der psychologischen Tests nachgewiesen werden.

Das Ergebnis der Studie zeigt einen starken und signifikanten Zusammenhang zwischen Mikronährstoffmängeln und Angst. Diese Studie sollte Anlass sein, den Zusammenhang zwischen Ernährung und mentaler Gesundheit genauer zu untersuchen.

Referenz:
Max Kleiman-Weiner et al.: Multiple Micronutrient Supplementation, Anemia and Anxiety; Working Paper 218, May 2011; reapchina.org/reap.stanford.edu


Führt ein Folsäuremangel zu Depressionen?

Depressionen
In einer US-amerikanischen NHANES-Studie von 2005/2006 wurde untersucht, in welchem Zusammenhang die Konzentrationen von Folsäure, B12 und Homocystein mit depressiven Symptomen stehen. Insgesamt nahmen an der Studie 2524  Patienten teil. Die depressiven Symptome wurden anhand von Fragebögen ermittelt und ausgewertet.

Das Ergebnis der Studie zeigt, dass bei Frauen die „Depressiv-Symptome-Scores“ deutlich höher lagen als bei Männern. Außerdem bestand ein Zusammenhang zwischen niedrigen Folsäurekonzentrationen und erhöhter Depressionsneigung, besonders bei Frauen. Bei Menschen über 50 Jahren waren erhöhte Homocysteinkonzentrationen mit depressiven Symptomen assoziiert.

Referenz:
Beydoun MA et al.: Serum Folate, Vitamin B-12 and Homocysteine and their association with depressive symptoms among U.A. adults. Oktober 2010, Nr. 77


Immer mehr Menschen leiden an Burn-out

Burn-out
Laut einer Untersuchung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hat sich die Zahl der Burn-out-Diagnosen zwischen 2004 und 2010 verneunfacht. Im Jahr 2010 war fast jeder zehnte Krankheitstag auf eine psychische Erkrankung zurückzuführen. Interessant dabei ist, dass die Anzahl der Gesamtfehlzeiten im Vergleich zu den Vorjahren gleich blieb, nämlich bei 4,8 Prozent. Die Krankmeldungen aus psychischen Gründen nahmen jedoch seit 1999 um knapp 80 Prozent zu. Es handelt sich bei Burn-out-Erkrankungen längst nicht mehr um Einzelfälle: Laut der Analyse gab es im letzten Jahr mehr als 1,8 Millionen Fehltage von 100.000 Menschen, die wegen dem Burn-out-Symptom krankgemeldet wurden.

Vergleicht man veröffentlichte Statistiken anderer Krankenkassen, die in den letzten Jahren erstellt wurden, so dürften neue Ergebnisse ziemlich ähnlich ausfallen.

Referenz:
Marzena Sicking: Burn-out weiter auf dem Vormarsch, heise.de, 26.04.2011