Anitoxidative Kapazität in Relation von Depression und Ängstlichkeit

Ängstlichkeit und antioxidative Kapazität
Wissenschaftler aus dem Iran untersuchten bei 3.297 scheinbar gesunden Erwachsenen die totale antioxidative Kapazität und ermittelten die psychische Befindlichkeit mittels eines Fragebogens. 28,6 Prozent der Studienteilnehmer waren depressiv und 13,6 Prozent hatten Angststörungen. Insgesamt fanden die Autoren der Studie einen inversen signifikanten Zusammenhang zwischen der Antioxidantienaufnahme und dem Risiko für Depressionen und Ängstlichkeit.

Referenz:
Alireza Milajerdi, Ammar Hassanzadeh Keshteli et al.: Dietary total antioxidant capacity in relation to depression and anxiety in Iranian adults; Nutrition – November 2018, DOI: 10.1016/j.nut.2018.11.017


Erhöhte Spiegel von Malondialdehyd und Cortisol bei Major Depression


Wissenschaftler aus Bangladesh untersuchten verschiedene Blutwerte bei 247 Patienten mit der Diagnose Major Depression und bei 248 Kontrollpersonen. Die Cortisolspiegel waren bei den Patienten signifikant höher als bei den Kontrollpersonen, ebenso wie die Spiegel von Malondialdehyd. Die Autoren der Studie gehen davon aus, dass Malondialdehyd und Cortisol unabhängig voneinander im Serum angestiegen sind.

Kommentar:
Malondialdehyd ist ein wichtiger Marker des oxidativen Stresses und häufig auch ein Hinweis auf einen Vitamin-B12-Mangel.

Referenz:
Islam MR et al.: Elevated serum levels of malondialdehyde and cortisol are associated with major depressive disorder: A case-control study. SAGE Open Med. 2018 May 9;6:2050312118773953.


Vortrag: Neurodegenerative Erkrankungen

In diesem Vortrag geht es hauptsächlich um Morbus Alzheimer und Morbus Parkinson. Neurodegenerative Erkrankungen unterscheiden sich zwar in ihrem Erscheinungsbild, haben aber ähnliche Krankheitsmechanismen.

Eine gute Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Grundvoraussetzung für eine normale Funktionsfähigkeit des Gehirns. Mit einer gezielten Mikronährstofftherapie sind viele biochemische Störungen bei neurodegenerativen Erkrankungen behandelbar, z. B. der oxidative Stress, die erhöhte Entzündungsneigung, Energiemangel der Nervenzellen und vieles mehr.

  • Sie erfahren, welche Vitamine, Mineralstoffe Spurenelemente, Aminosäuren und Fettsäuren für das Gehirn relevant sind.
  • Außerdem wird erläutert, wie man herausfindet, welche Biomoleküle fehlen und wie man gezielt einen Mikronährstoffmangel beheben kann.

Wir laden Sie recht herzlich ein zu unserem Vortrag.

Aschaffenburg
22.03.2019 um 19.00 Uhr im CongressCenter “Stadthalle am Schloss”, Konferenzraum Dalberg (K2), Schlossplatz 1 in Aschaffenburg

Referent ist Dr. med. Hans-Günter Kugler. Der Eintritt ist kostenlos.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen.


Mitochondrien und Stimmung

Mitochondrien

Wissenschaftler aus Kanada diskutierten in einem Fachartikel, inwieweit eine mitochondriale Dysfunktion in der Pathophysiologie von Depressionen eine Rolle spielen könnte. Veränderungen der Mitochondrienfunktion wie z. B. der oxidativen Phosphorylierung und der Membranpolarität könnten der Entwicklung depressiver Symptome vorausgehen. Der Zusammenhang zwischen mitochondrialer Dysfunktion und Depressionen ist aufgrund der vorhandenen Daten naheliegend, erfordert aber weitere Untersuchungen. Die Mitochondrienfunktion könnte auch ein Ansatzpunkt für die Entwicklung neuerer Antidepressiva bieten.

Referenz:
Allen J et al.: Mitochondria and Mood: Mitochondrial Dysfunction as a Key Player in the Manifestation of Depression. Front Neurosci. 2018 Jun 6;12:386.


Vortrag: “Neurodegenerative Erkrankungen – wie kann man das Gehirn schützen?”

Vortrag neurodegenerative Erkrankungen

Neurodegenerative Erkrankungen sind Erkrankungen, die mit einem Untergang von Nervenzellen im Gehirn einhergehen. Die bekanntesten neurodegenerative Erkrankungen sind Morbus Alzheimer und Morbus Parkinson. Die Häufigkeit beider Erkrankungen nimmt zu und hat viel mit unserem Lebensstil zu tun.

Wir laden Sie recht herzlich ein zu unserem Vortrag:

“Neurodegenerative Erkrankungen – wie kann man das Gehirn schützen?”

Schwerpunkte des Vortrages sind:
•    Wie entstehen neurodegenerative Erkrankungen?
•    Wie vermindert man das Risiko für neurodegenerative Erkrankungen?
•    Welche Bedeutung haben Mikronährstoffe für den Schutz des Gehirns?

Der Vortrag findet am 14. Oktober 2018 um 16.00 Uhr in der Naturklinik Michelrieth, Löwensteinstraße 15 in 97828 Marktheidenfeld-Michelrieth statt. Referent ist Dr. med. Hans-Günter Kugler.

Der Eintritt ist kostenlos. Wir freuen uns auf Ihr Kommen.

 


Hoher Vitamin-C-Status verbessert Stimmung

Vitamin C und Stimmung

Wie Wissenschaftler aus Neuseeland berichteten, führten höhere Plasmaspiegel von Vitamin C bei männlichen Studenten zu einer Verminderung von Stimmungsschwankungen. Der Vitamin-C-Status korrelierte invers mit Depressionen, Konfusionen und Ärger.

Referenz
Pullar JM et al.: High Vitamin C Status Is Associated with Elevated Mood in Male Tertiary Students. Antioxidants (Basel). 2018 Jul 16;7(7).


Folsäurekonzentration und Depressionen bei Frauen

US-Wissenschaftler untersuchten bei Frauen im gebärfähigen Alter einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Folsäurestatus und dem Risiko für Depressionen. Die Folsäure-Serumkonzentration war schwach mit einem erhöhten Risiko für moderate schwere Depression assoziiert.

Referenz:
Nguyen B, Weiss P et al.: Association between blood folate concentrations and depression in reproductive aged U.S. women, NHANES (2011-2012); J Affect Disord. 2017 Dec 1;223:209-217.


Anämie und Wochenendepression

US-Wissenschaftler haben im Mai 2018 publiziert, dass eine Anämie während der Schwangerschaft oder um den Geburtstermin herum mit einem vermehrten Auftreten von Wochenbettdepression assoziiert war. Eine Anämie sollte also als Risikofaktor für Wochenendepression angesehen werden.

Referenz:
Sutherland, Shannon, MD, MIPH; O’Sullivan, David, PhD; Mullins, Jessica, MD: An Association Between Anemia and Postpartum Depression [35C]; Obstetrics & Gynecology: May 2018 – Volume 131 – Issue – p 39S


Bedeutung von Zink, Magnesium, Selen und Depressionen

Wissenschaftler aus den USA publizierten einen Übersichtsartikel zur Bedeutung von Zink, Magnesium und Selen bei Depressionen.

Es ist noch nicht völlig klar, über welche Mechanismen niedrige Zinkkonzentrationen das Risiko für Depressionen beeinflussen. Im Hippocampus und in der Hirnrinde regulieren Zinkionen die Neurotransmission oder fungieren sogar als Neurotransmitter. Störungen der Zink-Homöostase in diesen Regionen sind mit zahlreichen Störungen der Hirnleistungsfähigkeit, des Verhaltens und der emotionalen Regulation assoziiert.

Ein weiterer wichtiger Ansatzpunkt eines Zinkmangels sind endokrine Veränderungen, die mit Depressionen einhergehen. Zinkdefizite sind häufig mit erhöhten Cortisolspiegeln assoziiert, die wiederum zu einer Überaktivität der HPA-Achse (Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse) führen.

Zink besitzt antiinflammatorische und antioxidative Eigenschaften. Eine Zinksupplementierung könnte deshalb den oxidativen Stress bei Majordepression vermindern. Weitere antidepressive Eigenschaften von Zink ergeben sich aus der Funktion dieses Spurenelements als Antagonist von NMDA-Rezeptoren, deren Überaktivitäten mit der Entstehung von Depressionen in Zusammenhang gebracht werden.

Es gibt eine gute Evidenz dafür, dass zwischen Magnesium und der Entwicklung von Depressionen ein inverser Zusammenhang besteht, genauso wie für die antidepressiven Eigenschaften von Magnesium.

Bei Selen sind die Ergebnisse von Studien nicht einheitlich. Generell haben nur wenige Studien den Zusammenhang zwischen den Selenkonzentrationen und Depressionen untersucht. Deshalb gibt es auch deutlich weniger Daten als bei Zink und Magnesium.

Referenz:
Wang J, Um P et al.: Zinc, Magnesium, Selenium and Depression: A Review of the Evidence, Potential Mechanisms and Implications; Nutrients. 2018 May 9;10(5). pii: E584.


Mit Mikronährstoffen Hirnleistungsfähigkeit verbessern

Hirnleistung und Mikronährstoffe

Das Gehirn ist ein Organ der Superlative. Es besitzt schätzungsweise etwa 100 Milliarden Nervenzellen. Jedes Neuron ist durchschnittlich mit 1000 anderen Neuronen verbunden, so dass mindestens 1000 Billionen Synapsen existieren dürften. Das Gehirn verbraucht circa 20 Prozent des Sauerstoffes und mehr als 25 Prozent der Glukose, obwohl es nur etwa zwei Prozent der Körpermasse ausmacht.

Lange Zeit hatte man sich wenig für die Bedeutung der Ernährung für die Hirnleistungsfähigkeit interessiert, was sich aber inzwischen grundlegend geändert hat. Eine gute Versorgung mit Mikronährstoffen ist sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen und älteren Menschen von zentraler Bedeutung für die Hirnleistungsfähigkeit. Allgemein gesprochen sind Mikronährstoffe erforderlich für die Bildung von Nervenbotenstoffen, von Dendriten und Synapsen, für den Schutz von freien Radikalen, für die Entwicklung der Myelinscheiden und für den Energiestoffwechsel der Nervenzellen.

Ein Mangel an Mikronährstoffen kann die Hirnleistungsfähigkeit und auch die psychische Befindlichkeit beeinträchtigen, dazu einige Beispiele:

Im April 2016 publizierten verschiedene Wissenschaftler aus Deutschland, dass niedrige Vitamin-B12-Konzentrationen mit schlechteren Gedächtnisleistungen assoziiert waren, was zumindest teilweise mit einer Beeinträchtigung der Mikrostruktur des Hippocampus erklärbar war.

Forscher aus den Niederlanden und den USA fanden einen Zusammenhang zwischen einem schweren Vitamin-D-Mangel und einer Verschlechterung bestimmter Gedächtnisleistungen. In einer Untersuchung an Studentinnen wurde nachgewiesen, dass niedrige Eisenspeicher und eine niedrige aerobe Fitness das Lernpotential von College-Studentinnen beeinträchtigten.

Forscher aus Irland konnten in einer Studie nachweisen, dass niedrige Vitamin-B6-Konzentrationen im Vergleich zu normalen Vitamin-B6-Konzentrationen bei gesunden älteren Erwachsenen mit einem stärkeren Abfall der Hirnleistungsfähigkeit verbunden waren. Französische Forscher haben im November 2016 publiziert, dass eine erhöhte Vitamin-K-Zufuhr mit wenigeren und weniger schweren Klagen über Gedächtnisprobleme bei älteren Erwachsenen assoziiert war.

Für die Hirnleistungsfähigkeit spielen viele Mikronährstoffe eine Rolle, insbesondere auch eine gute Versorgung mit antioxidativen Mikronährstoffen wie Selen, Vitamin C und E, da das Gehirn besonders vulnerabel gegenüber oxidativem Stress ist. Zur Vermeidung von Hirnleistungsstörungen oder auch psychischen Befindlichkeitsstörungen ist es in jedem Lebensalter sinnvoll, von Zeit zu Zeit den Mikronährstoffstatus überprüfen zu lassen. Hierzu empfehlen wir die Durchführung des DCMS-Neuro-Checks.

Referenzen:

  • Köbe T et al.: Vitamin B-12 concentration, memory performance, and hippocampal structure in patients with mild cognitive impairment. Am J Clin Nutr. 2016 Apr;103(4):1045-54.
  • Kuźma E et al.: Vitamin D and Memory Decline: Two Population-Based Prospective Studies. J Alzheimers Dis. 2016;50(4):1099-108.
  • Samuel P Scott et al.: Combined Iron Deficiency and Low Aerobic Fitness Doubly Burden Academic Performance among Women Attending University1,2. The Journal of Nutrition. First published November 23, 2016, doi: 10.3945/jn.116.240192
  • Hughes CF et al.: B-Vitamin Intake and Biomarker Status in Relation to Cognitive Decline in Healthy Older Adults in a 4-Year Follow-Up Study. Nutrients. 2017 Jan 10;9(1). pii: E53.
  • Soutif-Veillon A et al.: Increased dietary vitamin K intake is associated with less severe subjective memory complaint among older adults. Maturitas. 2016 Nov;93:131-136.

 

Weitere Infos:
– Praxis für Mikronährstoffmedizin –
Diagnostisches Centrum für Mineralanalytik
und Spektroskopie DCMS GmbH
Löwensteinstraße 9
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Müde und Erschöpft? Mikronährstoffe können hilfreich sein

müde, erschöpft - Mikronährstoffe helfen

Müdigkeit ist ein häufig vorkommendes Symptom und nicht selten Anlass für die Konsultation eines Arztes. Müdigkeit kann viele Ursachen haben, allen voran natürlich zu wenig Schlaf. Müdigkeit tritt aber häufig auch in Zusammenhang mit körperlichen Erkrankungen wie z. B. Stoffwechselerkrankungen, chronisch entzündlichen Erkrankungen, Anämie, hormonelle Erkrankungen und Infektionskrankheiten auf. Müdigkeit und Erschöpfung sind ebenfalls weit verbreitete Symptome im Zusammenhang mit psychischen Störungen. Sehr häufig ist Müdigkeit auch die Folge von chronischem Stress, aus unterschiedlichsten Gründen.

Müdigkeit und Erschöpfung sind oftmals Anzeichen eines Mikronährstoffmangels. Mikronährstoffe spielen eine zentrale Rolle im Energiestoffwechsel. Bei Müdigkeit und Energiemangel ist zunächst die Frage zu stellen, ob der Organismus überhaupt in der Lage ist, genügend Energie zu bilden. So manche Beschwerden, die auch dem Alter zugesprochen werden, beruhen häufig auf einer unzureichenden Mikronährstoffversorgung. Eine optimale Versorgung mit Mikronährstoffen ist von grundlegender Bedeutung für eine gute körperliche Fitness und psychische Befindlichkeit. Die Wirkprinzipien der Mikronährstoffe sind eine Verbesserung der psychischen Befindlichkeit, da viele Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Aminosäuren für den Stoffwechsel der Nervenbotenstoffe benötigt werden. Mikronährstoffe können auch zur Verminderung der Entzündungsaktivität im Stoffwechsel beitragen und fördern die Entkrampfung und muskuläre Entspannung.

Ein Grund für anhaltende Müdigkeit kann ein Eisenmangel sein, der oftmals auch dann besteht, wenn keine Eisenmangelanämie vorliegt. Eisen ist nicht nur wichtig für den Sauerstofftransport und für die Sauerstoffspeicherung, sondern auch für die Bildung von Nervenbotenstoffen und insbesondere auch für die Energiebildung in der Zelle, die ganz überwiegend in den Mitochondrien stattfindet.

In den letzten Jahren zeigt sich eindrücklich, dass auch Vitamin D für die körperliche und psychische Befindlichkeit eine zentrale Rolle spielt. Wichtig für den Energiestoffwechsel sind die Vitamine B1, B2, B3 sowie Kupfer. Coenzym Q10 und Carnitin gehören zu den sogenannten Vitaminoiden. Beide Substanzen sind für die Energiebildung in der Zelle essenziell. Eine wichtige Funktion hat auch Magnesium, das nicht nur den „Antistressmineralstoff“ darstellt, sondern auch im Energiestoffwechsel von zentraler Bedeutung ist. Eine ausreichende Energiebereitstellung im Körper hängt also von einer Vielzahl von Faktoren ab. Der Energiestoffwechsel kann durchaus mit einem Räderwerk verglichen werden, indem ein Rädchen in das andere greifen muss. Bei Stress, starker Beanspruchung oder bei Krankheiten ist der Mikronährstoffbedarf häufig erhöht.

Bei Müdigkeit und Erschöpfung empfehlen wir die Durchführung des DCMS-Stoffwechsel-Profils, in dem sehr viele relevante Mikronährstoffe bestimmt werden.

Referenzen:

  • B. Riedl und W. Peter: Basiswissen Allgemeinmedizin. Springer-Verlag GmbH Deutschland 2017
  • DCMS-NEWS: Erschöpfung und Mikronährstoffe, August 2015/ Ausgabe 3
  • DCMS-NEWS: Vitalstoffe: lebenswichtig für alle Stoffwechselfunktionen, März 2015/ Ausgabe 1

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Warum Mikronährstoffe bei Depressionen wichtig sind

Depressionen und Mirkonährstoffe

Wie inzwischen zahlreiche Studien gezeigt haben, spielt die Ernährung eine wichtige Rolle für die psychische Befindlichkeit des Menschen. Ende Juli 2017 wurden im Fachblatt Scientific Reports die Ergebnisse einer Studie aus England publiziert. Forscher aus London konnten nachweisen, dass eine hohe Zuckerzufuhr bei Männern das Risiko für psychische Krankheiten, z. B. Depressionen oder Angststörungen, erhöhte.

Wichtig für die psychische Befindlichkeit ist aber nicht nur die Vermeidung ungünstiger Ernährungsfaktoren, sondern eine optimale Versorgung mit den Biomolekülen, die das Gehirn für eine normale Funktion benötigt. Immer wieder zeigen Studien einen Zusammenhang zwischen Mikronährstoffmängeln und einem vermehrten Auftreten psychischer Störungen.

Eine vor kurzem veröffentlichte Metaanalyse von US-Wissenschaftlern konnte nachweisen, dass Personen mit Depressionen niedrigere Serumspiegel von Folsäure und eine geringere Folsäureaufnahme hatten als Personen ohne Depressionen. In den USA zeigte sich bei Frauen im gebärfähigen Alter ein Zusammenhang zwischen einem erhöhten Risiko für mittlere bis schwere Depressionen und der Folsäurekonzentration im Blut.

Auch Vitamin D spielt eine wichtige Rolle für die psychische Befindlichkeit. Forscher aus Italien publizierten eine Literaturübersicht über den Zusammenhang zwischen niedrigen Vitamin-D-Konzentrationen und Depressionen. Sie fanden eine akute Beweislage dafür, dass es einen signifikanten Zusammenhang zwischen Depressionen und einem Vitamin-D-Mangel gibt. Um die Kausalitätsfrage zu klären, seien aber noch mehr Studien erforderlich. Wissenschaftler aus dem Iran konnten nachweisen, dass eine Hochdosis-Vitamin-D-Supplementierung mit einer Reduzierung von Depressionssymptomen bei weiblichen Jugendlichen verbunden war.

Bei Personen mit Major-Depression wurden im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen auch signifikant niedrigere Konzentrationen der Aminosäuren Arginin und Citrullin nachgewiesen.

Ein Fachartikel von Wissenschaftlern aus Indien beschäftigte sich mit einer möglichen Bedeutung von Vitamin C in der Behandlung von Angststörungen. Ein Vitamin-C-Mangel vermindert z. B. die Bildung von Neurotransmittern, die mit Angststörungen assoziiert sind. Insgesamt ist Vitamin C wichtig für die Bildung verschiedener Neurotransmitter. Es kann Schäden durch freie Radikale im Gehirn vermindern.

US-Wissenschafter publizierten im Juni 2017 einen großen Fachartikel über die Bedeutung von Zink in der Behandlung psychiatrischer Erkrankungen: Hochkarätige klinische Studien zeigten, dass eine Zinksupplementierung bei Depressionen einen günstigen Effekt hat. Außerdem erwies sich Zink auch als Zusatztherapie bei der Behandlung der Major-Depression als Vorteil. Zink ist generell ein wichtiges Spurenelement für das Gehirn. Es ist für die Funktionsfähigkeit verschiedener Neurotransmittersysteme erforderlich und hat auch einen Einfluss auf die Neubildung von Hirnzellen und auf die Entzündungsaktivität im Gehirn.

Unbestritten spielen Mikronährstoffe eine wichtige Rolle für die psychische Befindlichkeit. Diese sollten aber nicht leichtfertig eingenommen werden. Vor einer Supplementierung von Mikronährstoffen sollte eine geeignete Mikronährstoffuntersuchung durchgeführt werden wie zum Beispiel der DCMS-Neuro-Check.

Referenzen:

  • Viola Ulrich: So wirkt sich Schokolade auf die männliche Psyche aus. www.welt.de, 31.07.2017
  • Bender A et al.: The association of folate and depression: A meta-analysis. J Psychiatr Res. 2017 Jul 22;95:9-18.
  • Nguyen B et al.: Association between blood folate concentrations and depression in reproductive aged U.S. women, NHANES (2011-2012). J Affect Disord. 2017 Jul 17;223:209-217.
  • Alessandro Cuomo et al.: Depression and Vitamin D Deficiency: Causality, Assessment, and Clinical Practice Implications. Neuropsychiatry (London) (2017) 7(5), 606–614
  • Hess S et al.: Decreased serum L-arginine and L-citrulline levels in major depression. Psychopharmacology (Berl). 2017 Aug 13.
  • Rajender Guleria et al.: Ascorbic acid: A therapeutic viability in anxiety disorders. Innovations in Pharmaceuticals and Pharmacotherapy. eISSN: 2321– 323X, pISSN: 2395-0781
  • Petrilli MA et al.: The Emerging Role for Zinc in Depression and Psychosis. Front Pharmacol. 2017 Jun 30;8:414.
  • Bahrami A et al.: High Dose Vitamin D Supplementation Is Associated With a Reduction in Depression Score Among Adolescent Girls: A Nine-Week Follow-Up Study. J Diet Suppl. 2017 Jul 31:1-10.

 

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Mikronährststoffe sind unabdingbar für das Gehirn

Mikronährstoffe und Hirnleistung

Die Zusammenhänge zwischen der Ernährung und der Hirnleistungsfähigkeit wurden lange Zeit wenig beachtet, was sich aber in den letzten Jahren grundlegend geändert hat. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass die Hirnleistungsfähigkeit in erheblichem Umfang von der Art der Ernährung beeinflusst wird und zwar in jedem Lebensalter.

Mehr zu dem Thema: Hirnleistungsfähigkeit und Mikronährstoffe erfahren Sie in unserem neuem DCMS-NEWS, lesen Sie hier weiter….


Zink und Neopterin bei bipolaren Störungen

Zink bei bipolarer Störung
Die Zinkkonzentration war bei Patienten mit bipolarer Störung im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen vermindert. Frauen mit bipolarer Störung zeigten einen positiven Zusammenhang zwischen der Zinkkonzentration und dem Schweregrad der Depression. Bei Männern war die Neopterinkonzentration positiv mit dem Schweregrad einer Anämie verbunden.

Referenz:
Millett CE et al.: Peripheral zinc and neopterin concentrations are associated with mood severity in bipolar disorder in a gender-specific manner. Psychiatry Res. 2017 May 17;255:52-58.


Depressionen nehmen zu und sind sehr teuer

Depressionen
Im April 2016 hat die WHO eine Studie publiziert, die sich mit der Häufigkeit und den wirtschaftlichen Konsequenzen von psychischen Erkrankungen beschäftigte. Laut WHO leidet heute nahezu jeder zehnte Mensch an Depressionen oder starken Angstzuständen. Zwischen 1990 und 2013 hätte sich die Zahl der Menschen, die an Depressionen und/oder Angstzuständen erkrankt seien, um fast 50 Prozent auf 615 Mio. Betroffene erhöht.

Die WHO schätzt, dass in Krisenzeiten etwa 20 Prozent der Menschen von Depressionen und Angstzuständen betroffen sind. Demgegenüber seien die Investitionen in die psychische Gesundheitsvorsorge sehr gering. Depressionen und Angststörungen würden die Weltwirtschaft jedes Jahr bis zu einer Billion US-Dollar kosten. Die WHO-Studie wurde anlässlich einer Reihe von Veranstaltungen veröffentlicht, die sich im Rahmen der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds mit dem Thema psychische Gesundheit beschäftigten.

Depressionen und Angststörungen sind psychiatrische Erkrankungen. Diesbezüglich zeigt sich zunehmend, dass bei affektiven Störungen neben psychologischen Faktoren auch biologische Faktoren eine große Rolle spielen. Es ist schon viele Jahre bekannt, dass bei Depressionen Störungen der Neurochemie, insbesondere der Transmitterchemie, vorliegen. Dazu kommen Hormonstörungen, veränderte Biorhythmen, Störungen der Neurogenese, eine erhöhte Entzündungsaktivität und eine mitochondriale Dysfunktion, d.h. ein vermehrtes Auftreten von oxidativem Stress. Aus diesem Grund spielen Mikronährstoffe in der Prävention und Therapie depressiver Störungen eine bedeutende Rolle, weil durch eine gezielte Supplementierung mit Mikronährstoffen viele günstige Effekte erzielt werden können, z.B. Verbesserung des Energiestoffwechsels der Nervenzellen, Verminderung der Entzündungsaktivität, Verbesserung der Transmitterchemie, Verminderung oder Abbau von oxidativem Stress, Verbesserung der Neurogenese und vieles mehr.

Umfangreiche und interessante Informationen zum Thema Mikronährstoffe und Depressionen haben wir in unserem DCMS-News vom Januar 2016 zusammengefasst, das Sie als PDF herunterladen können.

Seit vielen Jahren hat sich unser DCMS-Neuro-Check bei psychiatrischen und auch bei neurologischen Erkrankungen bewährt und liefert wertvolle Informationen über den Mikronährstoffstatus, was dann eine individuelle Nahrungsergänzung ermöglicht.

Referenz:
Veronika Völlinger: Depressionen kosten jährlich eine Billion Dollar. WHO-Bericht, Zeitonline am 13. April 2016


Eisenversorgung beeinflusst Wirksamkeit von Psychopharmaka

Psychopharmaka, Eisenmangel
Es ist bekannt, dass ein Eisenmangel mit oder ohne Anämie zu neuropsychologischen Störungen und zu Verhaltensauffälligkeiten führen kann. Wissenschaftler aus den USA untersuchten bei fünf- bis siebzehnjährigen Jungen und männlichen Jugendlichen, die mit Risperidon  behandelt wurden, inwieweit ein Eisenmangel sich auf den Behandlungserfolg auswirkte. Die Ferritinkonzentration war invers mit dem Schweregrad von unsozialem Verhalten und positiv mit prosozialem Verhalten assoziiert. Höhere Eisenspeicher reduzierten auch das Risiko für eine Gewichtszunahme durch Risperidon. Niedrige Eisenspeicher waren mit einem schlechteren Behandlungserfolg verbunden.

Referenz:
Calarge CA , Murry DJ et al.: Serum Ferritin, Weight Gain, Disruptive Behavior, and Extrapyramidal Symptoms in Risperidone-Treated Youth; J Child Adolesc Psychopharmacol. 2016 Feb 19


Warum bei Depressionen auf die Ernährung geachtet werden sollte

Ernährung kann psychische Befindlichkeit beeinflussen

In Welt online erschien am 14.01.2016 ein Artikel, der sich mit dem Zusammenhang zwischen Nährstoffen und der Psyche beschäftigte. Ein neues Fachgebiet “Nutritional Psychology” erfreut sich zunehmender Aufmerksamkeit. Dabei geht es um die Beeinflussung der psychischen Befindlichkeit durch die Ernährung. Bis heute werden Medikamente als anerkannte Behandlungsweise für Menschen mit schweren psychischen Krankheiten betrachtet. Dabei haben immer mehr neue Studien gezeigt, dass das Risiko für Depressionen in erheblichem Umfang vom Ernährungsstil beeinflusst werden kann. Es wurde z.B. nachgewiesen, dass eine modifizierte mediterrane Ernährung das Risiko senkte, später an Depressionen zu erkranken. Auch Nahrungszusätze könnten Linderung bringen. So wurde ein Zusammenhang zwischen einem Vitamin-D-Mangel und dem Schizophrenie-Risiko nachgewiesen. Gute Erfahrungen liegen mit Nährstoffkombinationen vor, die genauer auf den körperlichen Bedarf zugeschnitten sind.

Referenz:
welt.de, 14.01.2016: Wie die Ernährung Depressionen beeinflusst


Ernährungsgewohnheiten und Depressionen

Depressionen
Koreanische Forscher untersuchten bei Mädchen und jungen Frauen  im Alter von 12 bis 18 Jahren den Einfluss von Ernährungsgewohnheiten auf Symptome einer Depression. Sie konnten einen Zusammenhang zwischen Depressionen und dem Verzehr von Fertignahrungsmitteln und verarbeiteten Nahrungsmitteln nachweisen. Eine niedrige Zufuhr von grünem Gemüse und Obst erhöhte das Risiko für Depressionen. Die Zufuhr von Ballaststoffen, Betacarotin, Vitamin B6, Vitamin E, Vitamin C, Kalium, Zink, Folsäure, Eisen und Kupfer war negativ mit dem Risiko für Depressionen assoziiert.  Insbesondere in dieser Altersspanne sollte auf die Nahrungsmittelauswahl geachtet werden.

Referenz:
Tae-Hee Kim, MD, PhD, Ji-young Choi, MS et al.:  Associations between Dietary Pattern and Depression in Korean Adolescent Girls; Journal of Pediatric and Adolescent Gynecology, Available online 20 April 2015


Schlafqualität bei Eisenmangelanämie

Schlaf
Mittels eines Fragebogens wurden bei 104 Patienten mit Eisenmangelanämie und bei 80 gesunden Kontrollpersonen die Schlafqualität sowie Ängstlichkeit und Depressivität analysiert. Bei den Anämiepatienten wurden sowohl höhere Depressions- wie auch Ängstlichkeits-Scores festgestellt. Außerdem war die totale Schlafqualität bei den Patienten mit Anämie signifikant schlechter als bei den Kontrollpersonen. Die Beeinträchtigung der Schlafqualität zeigte keine Assoziation zu Ängstlichkeit und zu Depressionen.

Referenzen:
Semiz Murat, Uslu Ali et al.: Assessment of subjective sleep quality in iron deficiency anaemia; Afr Health Sci. 2015 Jun; 15(2): 621–627.


Magnesium und Depressionen

Magnesium, Depressionen
Wissenschafter der Mayo-Klinik beschäftigten sich in einem systematischen Übersichtsartikel und in einer Metaanalyse mit dem möglichen Zusammenhang zwischen Depressionen und niedrigen Magnesiumkonzentrationen. In die Analyse wurden sechs Beobachtungsstudien mit 19.137 Patienten einbezogen. Die Untersuchung zeigte einen möglichen Zusammenhang zwischen einer Hypomagnesiämie und Depressionen.

Referenz:
Cheungpasitporn W. et al.: Hypomagnesaemia linked to depression: a systematic review and meta-analysis. Intern Med J. 2015 Apr;45(4):436-40.doi:


Vitamin-D-Supplementierung bei Jugendlichen mit bipolarer Störung

Vitamin D
US-Wissenschaftler untersuchten, inwieweit eine Vitamin-D3-Supplementierung über einen Zeitraum von acht Wochen manische Symptome bei jungen Patienten mit bipolarer Störung beeinflusste. Durch die Supplementierung kam es zu einer signifikanten Verminderung der manischen Symptomatik und zu einem signifikanten Anstieg der GABA-Konzentration im vorderen cingulären Cortex, einer wichtigen Hirnregion im limbischen System.

Referenz:
Sikoglu Elif M. et al.: Vitamin D3 supplemental treatment for mania in youth with bipolar spectrum disorders. Journal of child and adolescent psychopharmacology. June 2015, 25(5): 415-424. doi:


Hirnleistung, Psyche und Mikronährstofftherapie

Lange Zeit glaubte man, dass die Ernährung weder auf die Hirnleistung noch auf die psychische Befindlichkeit einen wesentlichen Einfluss nimmt. Mittlerweile wissen es die Forscher besser. In zahlreichen Studien haben sie herausgefunden, dass sich Ernährungsfehler sehr schnell auf die Hirnleistungsfähigkeit auswirken. So kann nachgewiesenermaßen schon eine einzige opulente fettreiche Mahlzeit bei einem Diabetiker zu Störungen in der Hirnfunktion führen.

Über die gesunde Nahrung sollten die Mikronährstoffe aufgenommen werden, die zum Erhalt der Funktionsfähigkeit der Gedächtnisleistung beitragen. Aus ihnen müssen z.B. die Botenstoffe gebildet werden, die zum Lernen, für die Konzentration, für die Aufmerksamkeit etc. erforderlich sind, wie z.B. Serotonin oder Dopamin. Außerdem üben antioxidative Mikronährstoffe wie Vitamin E und C, Glutathion, Cystein, Coenzym Q10, Carnitin u.a. einen Schutzeffekt gegen degenerative Prozesse im Gehirn aus.

Auch ist zwischenzeitlich wissenschaftlich bewiesen, dass das, was wir Essen, unsere Psyche zu beeinflussen vermag. Um Botenstoffe wie Serotonin, Noradrenalin und Dopamin bilden zu können, ist bekanntlich die ausreichende Verfügbarkeit bestimmter Aminosäuren, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente erforderlich. Die Botenstoffe sind wesentlich für Stimmung, Antrieb, Schlaf, Konzentration etc.

Jetzt beginnt eine europaweite Studie mit tausend Probanden, um die richtige Ernährungsform zur Vorbeugung von Depressionen zu finden. Neun europäische Länder beteiligen sich an der fünfjährigen Studie. Die Wissenschaftler wollen prüfen, ob industriell gefertigte Lebensmittel und Fastfood Übergewicht fördern, einen Nährstoffmangel begünstigen und die psychische Befindlichkeit beeinflussen.

„Einige Studien weisen darauf hin, dass es einen komplexen Zusammenhang zwischen Ernährung, Übergewicht und Depressionen gibt. Allerdings ist bisher nicht belegt, welche Rolle das Ernährungsverhalten dabei genau spielt.“, so Elisabeth Kohls, Projektkoordinatorin und Psychologin an der Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Leipzig. Die Leipziger Wissenschaftler möchten herausfinden, ob eine Umstellung der Ernährung und die Gabe von Mikronährstoffen einen Einfluss auf das Depressionsrisiko ausüben.

Das Diagnostische Centrum aus Marktheidenfeld ist eine Praxis für Mikronährstoffmedizin, die schon seit vielen Jahren den Mikronährstoffstatus im Blut analysiert.

Entsprechend lange beobachtet das DCMS-Laborteam die positive Wirkung von Mikronährstoffen auf die Psyche und auf die Gedächtnisleistung. Viele Patienten, die den DCMS-Neuro-Check durchgeführt hatten, konnten durch eine gezielte Mikronährstofftherapie eine Besserung ihrer Beschwerden feststellen. Der DCMS-Neuro-Check ist eine umfassende Mikronährstoffanalyse des Blutes, und bildet die Basis für eine gezielte und individuelle Mikronährstofftherapie.

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Referenz:
Spiegel.de, 07.03.2014: Wie Nährstoffe bei Depressionen helfen können


N-Acetylcystein bei psychiatrischen Störungen

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Seit vielen Jahren stagniert die Entwicklung neuer Psychopharmaka, was auch daran liegen könnte, dass man zu lange auf eine Beeinflussung des Monoaminstoffwechsels gesetzt hat. Es besteht also derzeit ein Beinahe-Stillstand, was die Medikamentenentwicklung bei Schizophrenie, bipolaren Störungen, Depressionen und Autismus anbelangt.

Neben dem Monoaminstoffwechsel gibt es aber auch andere Ansatzpunkte für einen Einsatz von Medikamenten. Bei psychiatrischen Erkrankungen bestehen eine erhöhte Entzündungsaktivität und oxidativer Stress. Außerdem werden in vermindertem Umfang Nervenwachstumsfaktoren gebildet. Es ist ein vermehrter Zelltod nachweisbar. Die Energiebildung in den Mitochondrien ist vermindert.

Die Aminosäure N-Acetylcystein beeinflusst viele dieser Stoffwechselwege: Sie erhöht den Glutathionspiegel, hat antientzündliche Eigenschaften, erhöht die Spiegel der Nervenfaktoren und beeinflusst die Stoffwechselwege, die zum Zelltod führen. NAC kann wohl auch eine Dysfunktion der Mitochondrien verbessern. In einer ganzen Reihe von Studien zeigte NAC günstige Effekte bei psychiatrischen Erkrankungen. Es reduzierte die Kernsymptome von Schizophrenien und verminderte die Depressivität bei bipolaren Störungen. Außerdem erwies sich NAC wirksam bei verschiedenen Suchterkrankungen.

Referenz:
Science Daily: Amino acid offers potential therapeutic alternative in psychiatric disorders. 07.10.2013


Oxidativer Stress bei Depressionen

oxidativer Stress und Depressionen
Es gibt zunehmend Hinweise, dass der oxidative Stress in der Pathogenese von Depressionen eine wichtige Rolle spielt. Wissenschaftler aus Indien untersuchten verschiedene Parameter des oxidativen Stresses bei Patienten mit Major Depression und verglichen die Werte mit denen gesunder Kontrollpersonen.

Die Lipidperoxidation wurde durch die Messung von Malondialdehyd (MDA) und NO-Metaboliten im Plasma bestimmt. Die antioxidative Kapazität wurde anhand der Bestimmung von SOD, Vitamin E, Vitamin C und Harnsäure sowie der totalen antioxidativen Kapazität im Plasma ermittelt.

Die Konzentrationen von MDA und NO-Metaboliten waren bei den Patienten zunächst deutlich höher als bei den Kontrollpersonen. Die Vitamine C und E sowie Harnsäure und die antioxidative Kapazität waren signifikant niedriger als bei der Kontrollgruppe.

Nach einer 12-wöchigen Behandlung mit Antidepressiva und den Antioxidantien Vitamin C und E kam es zu einer Rückbildung der pathologischen Parameter. Die Major Depression ist also durch ein Ungleichgewicht von Oxidantien/ Antioxidantien gekennzeichnet. Eine Therapie mit Antioxidantien in Kombination mit Antidepressiva könnte also oxidative Schäden verhindern und bereits bestehende Schäden reparieren.

Referenz:
Santoshi R. Ghodake et al.: A study of oxidative stress and influence of antioxidant vitamins supplementation in patients with major depression. Current Neurobiology 2012; 3 (2): 107-111

 


Zink bei Depressionen

Zink ist ein essentieller Mikronährstoff mit verschiedenen biologischen Funktionen im Zellstoffwechsel, bei der Regulation des Endokrinums, des Immunsystems und des Nervensystems. In einer Metaanalyse untersuchten kanadische Forscher in wie weit die Zinkkonzentration mit depressiven Symptomen zusammenhängt. In die Metaanalyse wurden 17 Studien mit 1643 depressiven Personen und 804 Kontrollpersonen einbezogen. Die Depression ist mit niedrigeren Konzentrationen von Zink im peripheren Blut assoziiert. Ein höherer Schweregrad der Depression war auch mit einem größeren Zinkmangel verbunden. Zur Klärung der pathophysiologischen Zusammenhänge zwischen dem Zinkstatus und der Depression empfehlen die Autoren der Studie weitere Untersuchungen.

Referenz:
Swardfager W. et al.: Zinc in Depression: A Meta-Analysis. Biol Psychiatry 2013 Jun 24. pii: S0006-3223(13)00451-4.


Vitamine und Mineralien bei Stress

Vitamine und Mineralien bei Stress
Im Februar 2013 wurde von britischen Wissenschaftlern eine Metaanalyse über den Nutzen einer Vitamin- und Mineralstoffsupplementierung bei Stress und leichten psychiatrischen Symptomen publiziert. In die Metaanalyse wurden acht Studien einbezogen. Eine Mikronährstoffsupplementierung hatte einen günstigen Effekt bei anhaltendem Stress, täglichen Stimmungsschwankungen und leichten psychiatrischen Symptomen, wobei hier hohe Dosen von B-Vitaminen effektiver waren als niedrige Dosen.

Referenz:
Long SJ et al.: Effects of vitamin and mineral supplementation on stress, mild psychiatric symptoms, and mood in nonclinical samples: a meta-analysis. Psychosom Med. 2013 Feb; 75(2): 144-53

 


Antioxidantien helfen bei Angststörungen die Depressionen

Antioxidantien helfen bei Depressionen
Angsterkrankungen und Depressionen gehören zu den stressinduzierten psychiatrischen Störungen. Dabei kommt es auch zu biochemischen Veränderungen, die eine ausreichende Verfügbarkeit von Antioxidantien notwendig machen. Indische Wissenschaftler untersuchten, inwieweit Patienten mit generalisierter Angststörung und Depression im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen Veränderungen der Vitamine A, C und E im Blutspiegel aufweisen und ob eine Supplementierung der erwähnten Vitamine zu einer Verbesserung von Angststörungen und Depressionen führt.

An der Studie nahmen 80 Patienten im Alter zwischen 20 und 60 Jahren teil. Es zeigte sich, dass Patienten mit generalisierter Angststörung und Depression signifikant niedrigere Spiegel der Vitamine A, C und E im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen aufwiesen. Nach sechswöchiger Supplementierung dieser Vitamine wurde eine signifikante Verminderung der Ängstlichkeits- und Depressions-Scores beobachtet. Eine adjuvante Therapie mit antioxidativen Mikronährstoffen ist also bei Patienten mit stressinduzierten psychiatrischen Störungen nützlich.


Referenz:
Medhavi Gautam et al.: Role of antioxidants in generalised anxiety disorder and depression; Indian J Psychiatry. 2012 Jul – Sep; 54(3): 244-247

Depressionen – erhöhtes Risiko für Alzheimer

Alzheimer
Wer an einer krankhaften Depression leidet, trägt ein zwei- bis dreifach höheres Risiko, an einer Alzheimer-Demenz zu erkranken, als Gesunde. So das Ergebnis der Tübinger TREND-Studie, die seit 2009 mit 1100 Fünfzig- bis Achtzigjährigen durchgeführt wird, um frühzeitige Symptome von Alzheimer und Parkinson zu erkennen.

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass bei einer Depression die Menge der Antikörper gegen Amyloid-Beta (1-42) reduziert ist. Dabei handelt es sich um ein Protein, das mit der Alzheimer-Erkrankung in Zusammenhang gebracht wird.

Referenz: nachrichten.at, 09.08.2012: Depressionen fördern Ausbruch von Alzheimer

 


Viele Deutsche leiden unter Depressionen und Burn-out

Das Robert Koch-Institut hat erste Ergebnisse der neuen großen „Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland“ (Degs) vorgestellt, mit Daten zu Übergewicht, Diabetes, körperlicher Aktivität, psychischer Gesundheit und Funktionseinschränkungen im Alter. Bei der Degs-Studie, die seit November 2008 durchgeführt wird und im Jahr 2013 endet, werden die Daten von über 7.000 Personen ausgewertet.

Wie die Degs-Studie gezeigt hat, haben psychische Erkrankungen in den letzen Jahren deutlich zugenommen. Bei einem Drittel der Teilnehmer ließ sich mittels Fragebogen und ärztlichen Interviews eine psychische Störung innerhalb der letzten 12 Monate ermitteln. Am höchsten lag die 12-Monats-Prävalenz bei den 18- bis 25-Jährigen. Frauen litten zumeist unter Angststörungen und Depressionen, Männer unter Suchterkrankungen. Auffallend war auch, dass Personen mit niedrigem sozio-ökonomischen Status häufiger an Depressionen litten; dafür kam Burn-out bei den Wohlhabenden sehr viel häufiger vor.

Anmerkung:
Die psychische Befindlichkeit des Menschen hängt in erheblichem Umfang auch von einer ausreichenden Verfügbarkeit von Mikronährstoffen ab. Für die Bildung von Nervenbotenstoffen und damit für Stimmung und Hirnleistungsfähigkeit sind verschiedene Mikronährstoffe notwendig.

Der Burn-out-Symptomatik liegt meist nicht nur eine psychische Überforderungs-Situation zugrunde, sondern es kommt auch zu Störungen innerhalb der zellulären Energiebildung, die sich dann z.B. in Form von Erschöpfung zeigen. Durch eine gezielte Supplementierung von Mikronährstoffen kann oftmals eine Stabilisierung der psychischen Befindlichkeit erreicht werden. Mikronährstoffe können nach Abklärung auch parallel zu einer Psychopharmaka-Therapie eingenommen werden, wodurch deren Wirksamkeit sogar verbessert wird.

 

 

Referenzen:
focus.de, 14.06.2012: So krank sind die Deutschen
Ärzte Zeitung, 17.06.2012: Depressive Arme, ausgebrannte Reiche
Spiegel.de, 14.06.2012: So krank ist Deutschland

 


Tryptophanmangel beeinflusst autobiographisches Gedächtnis

Gedächtnis
In der experimentellen Psychiatrie werden häufig Tryptophan-Depletionsstudien durchgeführt, um herauszufinden, wie sich ein Tryptophanmangel auf verschiedene psychologische Faktoren auswirkt. Dazu erhalten die Testteilnehmer ein Tryptophan-freies Aminosäurengetränk, das dann über einen verminderten Tryptophanspiegel auch die Serotoninsynthese im Gehirn vermindert.

In einer Studie der Newcastle University wurde bei 19 jungen Erwachsenen dieser Test durchgeführt. Jeder dieser jungen Erwachsenen hatte wenigstens einen Verwandten, der an Majordepression erkrankt war. Fünf Stunden nach Verabreichung des Testgetränkes wurde der Autobiographical-Memory-Test durchgeführt. Mit diesem Test wird das autobiographische Erinnerungsvermögen untersucht. Das Tryptophan-freie Testgetränk führte zwar zu keiner Stimmungsverschlechterung, verminderte aber die Spezifität des Gedächtnistests. Die Hirnleistungsfähigkeit könnte also bei bestimmten Personengruppen vermehrt durch eine Depressionsneigung beeinflusst werden.

Referenz:
Alhaj HA et al.: Effect of low-dose acute tryptophan depletion on the specificity of autobiographical memory in healthy subjects with a family history of depression. Psychopharmacology (Berl). 2012 Jan 28.;


Homocystein und Depressionen

Erhöhte Homocysteinkonzentrationen sind mit einer ganzen Reihe von Erkrankungen assoziiert. Wissenschaftler aus Dallas untersuchten in einer großen Studie (11757 Teilnehmer), inwieweit die Homocysteinkonzentration mit Depressionen korreliert. Erhöhte Homocysteinkonzentrationen waren mit einem um 26 Prozent höheren Risiko für depressive Symptome verbunden. Aufgrund des Studiendesigns kann nicht vorausgesagt werden, ob die Senkung der Homocysteinspiegel depressive Symptome verbessern kann. Dazu sind Langzeitstudien erforderlich.

Referenz:
Gu P. et al.: Relationship between serum homocysteine levels and depressive symptoms : the cooper center longitudinal study. J Clin Psychiatry. 2012 Mar 20.


Immer mehr Fehltage aufgrund psychischer Störungen

Nach Angaben des Bundesarbeitsministeriums wurden im Jahr 2010 53,5 Millionen Arbeitsfehltage wegen psychischer Erkrankungen verzeichnet. Im Vergleich dazu: Im Jahr 2001 waren es noch 33,6 Millionen Fehltage aufgrund selbiger Diagnose.

Die Ursachen sind in steigenden Anforderungen, erhöhter Eigenverantwortung, höheren Flexibilitäts-Anforderungen und nicht-kontinuierlichen Beschäftigungsverhältnissen begründet, zu denen auch die Leiharbeiten zählen.

Frauen sind besonders gefährdet. Im Jahr 2010 wurden 39.000 Frauen aufgrund psychischer Erkrankungen berentet. Das sind doppelt so viele wie noch im Jahr 2000.


Referenz:
focus.de, 30.04.2012: Kranke Psyche knockt immer mehr Arbeitnehmer aus.


Homocystein und Depressionen

Homocystein und Depressionen
Wissenschaftler aus Nigeria bestimmten die Werte von Homocystein, Vitamin B12 sowie von Gesamtcholesterin, HDL und LDL und die Tryptophankonzentrationen bei 30 Patienten mit Depressionen und bei 30 scheinbar gesunden Versuchspersonen. Die Patienten mit Depressionen hatten signifikant höhere Homocysteinspiegel, und die Konzentrationen von Vitamin B12, Gesamtcholesterin, HDL und LDL waren signifikant niedriger als bei den Kontrollpersonen.

Referenz:
Ebesunun MO et al.: Elevated plasma homocysteine in association with decreased vitamin B12, folate, serotonin, lipids and lipoproteins in depressed patients. Afr J Psychiatry (Johannesbg). 2012 Jan; 15(1):25-9.


Depressionen erhöhen Schlaganfallrisiko

Einer Metaanalyse zufolge, die vor kurzem in der Zeitschrift JAMA publiziert wurde, erhöht eine Depression das Schlaganfallrisiko in ähnlichem Maße wie der Tabakkonsum. Bei der Metaanalyse wurden 28 prospektive Kohortenstudien mit fast 320.000 Teilnehmern ausgewertet. Über alle Studien gemittelt war der Anteil von Depressiven, die vom Schlaganfall überrascht wurden, um 45 Prozent höher als bei Nichtdepressiven. Der Anteil der Depressiven, die einen tödlichen Schlaganfall erlitten, war sogar um 55 Prozent höher.

Referenz:
Ärzte Zeitung online, 21.09.2011: Depression so gefährlich wie Rauchen


Deutsche werden immer depressiver

Nach einer Untersuchung der KKH-Allianz lassen sich immer mehr Deutsche aufgrund der Diagnose „Depression“ oder „Burn-out“ vom Arzt krankschreiben. Waren es aufgrund dieser Beschwerden 2009 noch 13 Prozent der Krankheitsfehltage, konnte die Krankenkasse für das erste Halbjahr 2011 einen Anstieg auf 14,3 Prozent verzeichnen.

Referenz:
kkh-allianz.de, 19.07.2011: Krankenstand steigt mit Wirtschaftsaufschwung
KKH-Allianz: Mehr Fehlzeiten wegen psychischer Erkrankungen

 


Studenten schlucken vermehrt Psychopharmaka

Immer mehr Studenten nehmen Medikamente gegen Depressionen und psychische Störungen ein. Dies ist das Ergebnis einer Analyse der TK-Krankenkasse. Ausgewertet wurden Rezept- und Diagnosedaten von 135 000 Studierenden.

Der Medikamentenverbrauch bei Krankheiten des Nervensystems  studierender Personen ist in einem Zeitraum von 4 Jahren um 54 Prozent gestiegen. Auch die Zahl der Studenten, die mit Antidepressiva behandelt werden, hat in den letzten vier Jahren um 40 Prozent zugenommen.

Fazit:
Dauerstress und Leistungsdruck führen zu einem erhöhten Bedarf und Verbrauch von Mikronährstoffen. In der Folge kommt es oftmals zu Mangelzuständen, die sich dann wiederum negativ auf den Nervenstoffwechsel auswirken können.

Referenz:
Uni macht depressiv: Studenten schlucken immer mehr Pillen; Abendblatt.de, 30.06.2011


Ferritinkonzentration und depressive Symptome

In einer japanischen Studie wurde untersucht, inwieweit die Ferritinkonzentration mit leichten Depressionssymptomen bei gesunden Menschen zusammenhängt. Dazu wurden 312 Männer und 216 Frauen untersucht. Die Depressivität wurde mittels der „Center for Epidemiolgic Studies Depression Scale“ untersucht. Bei den Männern zeigte sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen einer verminderten Ferritinkonzentration und einer depressiven Symptomatk. Bei Frauen konnte dieser Zusammenhang nicht nachgewiesen werden.

Referenz:
Yi S et al.: Association between serum ferritin concentrations and depressive symptoms in Japanese municipal employees; Psychiatry Res. 2011 Apr


Mikronährstoffe, Anämie und Angststörungen

Angststörungen und Anämie
Obwohl China sich zunehmend zu einem Wohlstandsland entwickelt, kann man davon ausgehen, dass in ländlichen Gebieten die Mikronährstoffversorgung häufig noch unzureichend ist. Mangelhafte Ernährungsformen führen zu ernährungsabhängigen Störungen wie z.B. einer Eisenmangelanämie, die wiederum die Aufmerksamkeit und die Hirnleistungsfähigkeit beeinträchtigen kann. Auch die psychische Befindlichkeit kann davon betroffen sein.

Mit über 2700 Schülern im Alter von 10 bis 12 Jahren wurde eine Studie durchgeführt. Die Teilnehmer der Verumgruppe erhielten ein Mikronährstoffsupplement mit 5 mg Eisen über einen Zeitraum von 5 Monaten. Außerdem wurde der Hämoglobinwert bestimmt und die Ängstlichkeit mittels eines psychologischen Fragebogens abgefragt. 42,4 Prozent der Schüler waren zu Beginn der Studie anämisch, wobei Hämoglobinwerte unter 120 g/ l als Anämie eingestuft wurden. Durch die Supplementierung kam es zu einem deutlichen Hämoglobinanstieg. Parallel dazu konnte auch eine signifikante Verbesserung der Ergebnisse der psychologischen Tests nachgewiesen werden.

Das Ergebnis der Studie zeigt einen starken und signifikanten Zusammenhang zwischen Mikronährstoffmängeln und Angst. Diese Studie sollte Anlass sein, den Zusammenhang zwischen Ernährung und mentaler Gesundheit genauer zu untersuchen.

Referenz:
Max Kleiman-Weiner et al.: Multiple Micronutrient Supplementation, Anemia and Anxiety; Working Paper 218, May 2011; reapchina.org/reap.stanford.edu


Führt ein Folsäuremangel zu Depressionen?

Depressionen
In einer US-amerikanischen NHANES-Studie von 2005/2006 wurde untersucht, in welchem Zusammenhang die Konzentrationen von Folsäure, B12 und Homocystein mit depressiven Symptomen stehen. Insgesamt nahmen an der Studie 2524  Patienten teil. Die depressiven Symptome wurden anhand von Fragebögen ermittelt und ausgewertet.

Das Ergebnis der Studie zeigt, dass bei Frauen die „Depressiv-Symptome-Scores“ deutlich höher lagen als bei Männern. Außerdem bestand ein Zusammenhang zwischen niedrigen Folsäurekonzentrationen und erhöhter Depressionsneigung, besonders bei Frauen. Bei Menschen über 50 Jahren waren erhöhte Homocysteinkonzentrationen mit depressiven Symptomen assoziiert.

Referenz:
Beydoun MA et al.: Serum Folate, Vitamin B-12 and Homocysteine and their association with depressive symptoms among U.A. adults. Oktober 2010, Nr. 77


Depressionen verschlingen Unsummen an Kosten

Depressionen
In Deutschland leidet mittlerweile jeder 20. Bürger an einer Depression – also ca. 4 Millionen Deutsche! Die Deutsche Volkswirtschaft wird aufgrund dieser Erkrankung mit ca. 22 Milliarden Euro belastet. Das hat jetzt eine Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung im Auftrag der Allianz-Versicherung ergeben.

Sage und schreibe 11 Millionen Arbeitstage bleiben die Deutschen jährlich wegen der Diagnose „Depressionen“ ihrer Arbeit fern. Weitere Zahlen: Schätzungsweise 5,2 Milliarden Euro kosten Arztbesuche, Therapien, Klinikaufenthalte und Medikamente aufgrund dieser Diagnose. Aber auch Betroffene, die sich nicht behandeln lassen und weiter ihrer Arbeit nachgehen, sind teuer: Produktivitätsverlust wegen Fehler, Unkonzentriertheit, Nachlässigkeiten etc. kosten die Arbeitgeber jährlich 9,3 Milliarden Euro. 6,2 Millionen Euro belaufen sich die Kosten wegen Erwerbs- und Arbeitsunfähigkeit, und die erhöhte Sterblichkeit kostet weitere 1,3 Mio.

Referenz:
nachrichten.rp-online, 14.04.2011: Vier Millionen Deutsche sind depressiv


Folsäuremängel und erhöhte Homocysteinwerte bei Männern fördern Depressionen

In einer japanischen Studie untersuchten Wissenschaftler einen möglichen Einfluss von Homocystein und Folsäure auf Depressionen. Zu diesem Zweck wurden die Daten von 530 Probanden im Alter zwischen 21 und 67 Jahren aus dem städtischen Umfeld, davon 313 Männer und 217 Frauen, ausgewertet.

Die Symptome der Depressionen und die Schweregrade wurden anhand von Mess-Skalen ermittelt. Insgesamt zeigten sich bei über 36 Prozent der Teilnehmer, davon 113 Männer und 79 Frauen, depressive Symptome. Bei den Männern korrelierte ein erhöhter Folsäure-Serumspiegel mit einer verringerten Depressionsneigung. Darüberhinaus konnte bei den Männern auch ein Zusammenhang zwischen der Homocysteinkonzentration und den depressiven Symptomen festgestellt werden. Bei den Frauen konnte weder bei Folsäure noch bei Homocystein ein Zusammenhang mit Depressionen beobachtet werden.

Referenz:
A Nanri et al.: Serum folate and homocysteine and depressive symptoms among Japanese men and women; European Journal of Clinical Nutrition 64, 289-296


Depressionen fördern Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Wer an einer Depression leidet, ist doppelt und dreifach gestraft: Er ist zudem noch einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes mellitus Typ 2 ausgesetzt. Zu diesem Konsens kommen Mediziner, die am 30. April 2011 im Rahmen des 117. Internistenkongresses in Wiesbaden eine Pressekonferenz gaben. Prof. Dr. med. Michael Deuschle vom „Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim“ gab Folgendes zu Protokoll:

„Mehrere Studien belegen, dass Depressionen mit einem erhöhten Risiko für Ersterkrankungen an Diabetes mellitus Typ II und koronarer Herzkrankheit einhergehen. Allerdings ist der exakte pathophysiologische Mechanismus – also wie genau die psychische Erkrankung die körperliche Krankheit verursacht – bislang nicht vollständig geklärt.“

Wer depressiv ist, achtet auch weniger auf sein körperliches Wohlbefinden: Ungesunde Ernährungsweisen, unzureichende Bewegung, und erhöhter Alkohol- und Zigarettenkonsum sind z.B. keine Seltenheit.

Nach Aussage von Prof. Deuschle gibt es Hinweise, dass bei einer Depression stressregulierende Stoffwechselvorgänge in Gang kommen, die auch eine Insulinresistenz und damit einen Diabetes mellitus fördern können.

Stress vermag zudem die Variabilität der Herzfrequenz zu verändern, so dass sich das Herz in Phasen der Ruhe und der Belastung schlechter anpassen kann. Und Stress fördert auch die Blutgerinnung. Beide Faktoren sind ein erhebliches Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Referenz:
Idw-online.de, 01.05.2011: Depressionen: Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes


Immer mehr Menschen leiden an Burn-out

Burn-out
Laut einer Untersuchung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hat sich die Zahl der Burn-out-Diagnosen zwischen 2004 und 2010 verneunfacht. Im Jahr 2010 war fast jeder zehnte Krankheitstag auf eine psychische Erkrankung zurückzuführen. Interessant dabei ist, dass die Anzahl der Gesamtfehlzeiten im Vergleich zu den Vorjahren gleich blieb, nämlich bei 4,8 Prozent. Die Krankmeldungen aus psychischen Gründen nahmen jedoch seit 1999 um knapp 80 Prozent zu. Es handelt sich bei Burn-out-Erkrankungen längst nicht mehr um Einzelfälle: Laut der Analyse gab es im letzten Jahr mehr als 1,8 Millionen Fehltage von 100.000 Menschen, die wegen dem Burn-out-Symptom krankgemeldet wurden.

Vergleicht man veröffentlichte Statistiken anderer Krankenkassen, die in den letzten Jahren erstellt wurden, so dürften neue Ergebnisse ziemlich ähnlich ausfallen.

Referenz:
Marzena Sicking: Burn-out weiter auf dem Vormarsch, heise.de, 26.04.2011